Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 03. September 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 07.09.2021)

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AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen, und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft erwarten, während die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten die Wirtschaft noch länger stützen werden. Die Sentimentindikatoren deuten Optimismus bei den Anlegern an. Daher hat der Investment Komitee am 16. April beschlossen, Gewinne mitzunehmen und die Aktienquote zu rebalancieren. Dabei werden vorwiegend Aktien aus den USA und Europa verkauft.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Chinesische Aktien entwickelten sich im laufenden Jahr wesentlich schlechter als jene in den USA oder Europa. Dieser Trend ist sowohl bei den A-Shares (Aktien, die in Shenzhen oder Shanghai handeln) als auch bei den H-Shares (jenen, die in Hongkong handeln) als auch bei den ADRs (American Depository Notes) spürbar. Die Aktien entwickelten sich durchwegs schlecht, allerdings gibt es große Unterschiede zwischen ADR und H/A-Shares als auch zwischen den einzelnen Branchen.



Der Grund für die schwache Entwicklung liegt an den seit Februar angekündigten neuen Regeln für einzelne Branchen, welche die Situation für manche Unternehmen enorm erschwert haben. An diesem Punkt ist es wichtig anzumerken, dass die neuen Regulatorien nicht alle Unternehmen gleichermaßen treffen, sondern insbesondere Unternehmen, die rund 20% der Marktkapitalisierung ausmachen, die neuen Regeln zu spüren bekommen. Blickt man auf einzelne Branchen zeigt sich, dass Internet, Immobilien, Bildung, Medien und Gesundheit aus heutiger Sicht am stärksten betroffen sind, wobei davon ausgegangen werden muss, dass einige dieser Branchen noch mit neuen Einschränkungen belegt werden.



Dabei darf nicht vergessen werden zu bewerten, weshalb die chinesische Regierung diese Flut an neuen Bestimmungen - es sind rund 90 - auf den Weg gebracht hat. Die chinesische Regierung möchte in den Bereichen Kartellrecht, Datenschutz, Finanzmarktstabilität und Soziales Ungleichgewicht deutliche Fortschritte erzielen. Es ist unbestritten, dass es in all diesen Feldern einen enormen Aufholbedarf gibt. Insbesondere das steigende soziale Ungleichgewicht und die hohe Marktmacht einiger Unternehmen werden zunehmend zum Problem. Der Markt musste allerdings starke Rückschläge hinnehmen und die Verunsicherung der Anleger ist hoch. Der Einfluss der neuen Regeln am Aktienmarkt sollte allerdings mittel- und langfristig nicht negativ bleiben. Auf der realwirtschaftlichen Seite wird davon ausgegangen, dass die neuen Regeln einen positiven Effekt auslösen werden, weil sie das Wachstum langfristig steigern und die Systemrisiken verringern.



In den USA wurde ein sehr schwacher Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Im August wurden nur 235.000 neue Stellen geschaffen, wesentlich weniger als von Ökonomen erwartet (733.000). Der Bereich Gastronomie und Service, welcher zuletzt für einen hohen Anteil des Zuwachses am Jobmarkt verantwortlich war, stockt derzeit wegen der sich ausbreitenden Delta Variante. Die Arbeitslosigkeit fiel auf 5,2%. In Summe könnte sich die Delta Variante negativer als ursprünglich erwartet auf das Wirtschaftswachstum auswirken.

AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen, und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft erwarten, während die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten die Wirtschaft noch länger stützen werden. Die Sentimentindikatoren deuten Optimismus bei den Anlegern an. Daher hat der Investment Komitee am 16. April beschlossen, Gewinne mitzunehmen und die Aktienquote zu rebalancieren. Dabei wurden vorwiegend Aktien aus den USA und Europa verkauft.
   

FAZIT AKTIEN

Die Aktienmärkte präsentieren sich weiterhin stark, wobei einige Entwicklungen zur Vorsicht mahnen, wie die Ausbreitung der Delta Variante und die damit verbundene Gefahr eines schwächeren Wirtschaftswachstums. Obwohl die neuen Regulatorien in China Unruhe in den Markt gebracht haben, bleiben wir weiterhin positiv auf Aktien in den Schwellenländern und aus China. Wir verändern die "Übergewichtete" Aktienquote nicht, weil die Risiken aus unserer Sicht die Vorteile der Aktie noch nicht überwiegen.

ANLEIHEN

Der Kurs der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe kam in den letzten 10 Tagen etwas unter Abwärtsdruck. Der Kurs verringerte sich insgesamt um über 1%, was einem Renditeanstieg von 11 Basispunkten entspricht. Damit konnte sich die Rendite von den gesehenen Tiefstständen von -0,5% im August wieder entfernen und notiert aktuell bei -0,39%.



Ein Grund für den Rückgang der Euro Anleihekurse waren Inflationsdaten aus der Eurozone, die mit einem Anstieg von 3% (2,7%) höher als erwartet ausfielen. Die Inflation erreichte damit den höchsten Wert seit 2011. Spannend wird daher, ob sich nächste Woche bei der Notenbanksitzung, die Einschätzung der EZB hinsichtlich der Inflationsentwicklung ändern wird. Bis dato ging die EZB für 2021 von einer Inflation von 1,9% und für die Jahre 2022 und 2023 von 1,5% bzw. 1,4% aus. Wir erwarten, dass die Inflation für das Jahr 2021 nach oben revidiert werden könnte, sich jedoch an der grundsätzlichen Einschätzung einer vorübergehenden höheren Inflation nichts ändern wird.



Zusätzlich "Öl ins Feuer" goss dann der österreichische Nationalbank Gouverneur Holzmann und der niederländische Zentralbankchef Klass Knot, die unabhängig voneinander die baldige Reduzierung der Anleihenkäufe einforderten. Aus unserer Sicht wäre es daher möglich, dass das PEPP Programm (Pandemic Emergency Purchase Programme), wenn es die Covid- und die Marktsituation erlauben mit Ende des Jahres reduziert wird und im März 2022 beendet werden könnte. Weiterhin bestehen bleiben würde das normale Asset Purchase Programm.



Amerikanische Treasuries mit 10-jähriger Laufzeit sind in den letzten 10 Tagen ebenfalls auf aktuell 1,29% angestiegen, jedoch mit 5 BP wesentlich geringer als deutsche Staatsanleihen.

FAZIT ANLEIHEN

Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, die zusätzlich durch eine kürzere Duration Positionierung unterstützt wird. Die jüngsten Rückgänge der Renditen waren, wie wir erwartet haben, übertrieben und der Anstieg der letzten Woche sollte sich weiter fortsetzen. Wir erwarten eine bessere Performance von Unternehmensanleihen und Emerging Markets Anleihen in lokaler Währung gegenüber Euro Staatsanleihen. Inflationsgeschützte Anleihen bieten weiterhin Schutz bei einem Anstieg der Inflation und bleiben daher ebenfalls übergewichtet.

WÄHRUNGEN

In den letzten 14 Tagen war die stärkste Währung gegenüber dem Euro die Norwegische Krone mit einem Plus von 2,81%, dicht gefolgt vom Australischen Dollar mit 2,65%. Die schwächsten Währungen unter den G10 Ländern waren der Japanische YEN mit einem Minus von 1,69% und der USD mit einem Minus von 1,52%.



Die schwächere Entwicklung des USD könnte unter anderem mit der bevorstehenden Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten am Freitagnachmittag zu tun haben. Die FED erwartet mittlerweile eine sehr positive Entwicklung bei den Arbeitsmarktzahlen, dies erhöht jedoch das Potential für Enttäuschungen, was der Markt schon diese Woche teilweise eingepreist hat. Sollten jedoch die Zahlen überraschend positiv kommen, wäre eine rasche Umkehr der Entwicklung möglich. Nächste Woche wird die Entwicklung wieder die EZB bestimmen. Falls sich die Stimmen eines früher als erwarteten Taperings durchsetzen, wird sich die jüngste Stärke des Euros weiter fortsetzen können.

FAZIT WÄHRUNGEN

Entscheidend für die Entwicklung des Wahrungspaar Euro/USD in den nächsten Wochen wird sein, wann die amerikanische FED nun tatsächlich mit dem Tapering beginnt. Daher wird jede Äußerung von FED Mitgliedern gespannt beobachtet werden. Spätestens bei der nächsten FED Sitzung am 22. September wird mehr Klarheit darüber bestehen. An der grundsätzlichen Positionierung im Fremdwährungsbereich haben wir keine Änderungen vorgenommen.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



Rechtliche Hinweise:

Diese Unterlage wurde nur zu Werbezwecken erstellt und stellt keine Finanzanalyse, keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar. Die vorliegenden Informationen sind insbesondere kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren sowie keine Aufforderung, ein solches Angebot zu stellen. Sie dienen nur der Erstinformation und können eine auf die individuellen Verhältnisse und Kenntnisse der Anlegerin bzw. des Anlegers bezogene Beratung nicht ersetzen.

Diese Marketingmitteilung wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

Über den grundsätzlichen Umgang der Schoellerbank AG mit Interessenkonflikten sowie über die Offenlegung von Vorteilen informiert Sie die Broschüre "MIFID II - Markets in Financial Instruments Directive". Ihre Beraterin, Ihr(e) Berater(in) informiert Sie gerne im Detail.

Bezüglich der steuerlichen Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater. Die steuerliche Behandlung ist von den persönlichen Verhältnissen der Anlegerin bzw. des Anlegers abhängig und kann künftig Änderungen unterworfen sein.

Die vorliegenden Informationen wurden von der Schoellerbank AG, Renngasse 3, 1010 Wien, auf der Grundlage von öffentlich zugänglichen Quellen erstellt, die als zuverlässig eingeschätzt werden. Die Informationen können jederzeit einer Änderung unterliegen. Die Schoellerbank AG ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet. Die Haftung der Schoellerbank AG für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und -studie und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.

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Stand: 07.09.2021

Diese Marketingmitteilung wurde von der Schoellerbank AG, Renngasse 3, 1010 Wien erstellt (Medieninhaber und Hersteller)
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