Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 17. September 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 21.09.2021)

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Schoellerbank Markteinschätzung114 KB
AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen, und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft erwarten, während die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten die Wirtschaft noch länger stützen werden. Die Sentimentindikatoren deuten Optimismus bei den Anlegern an. Daher hat der Investment Komitee am 16. April beschlossen, Gewinne mitzunehmen und die Aktienquote zu rebalancieren. Dabei werden vorwiegend Aktien aus den USA und Europa verkauft.
   
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Zu Beginn des Septembers war man als Investor fast dazu geneigt alle Positionen glatt zu stellen, die kräftige Wertentwicklung von nahezu 20% (MSCI All Country World Index in Euro exklusive Dividenden) im Jahr 2021 mitzunehmen und das Jahr gemütlich ausklingen zu lassen. Vor allem vor dem Hintergrund, wenn sich das Klischee bewahrheiten sollte und sich der September als negativer Aktienmonat präsentiert. Mit einem Minus von etwa 1% im Standard & Poor's 500 Index, seit Monatsbeginn, scheint sich dies im Jahr 2021 wieder einmal mehr zu bestätigen. Doch ganz so einfach kann man sich die Statistik auch nicht schönreden. Zu sehr sind wir alle mit den Gepflogenheiten am Markt vertraut und wissen, dass eine Statistik nicht immer aufgrund des ersten Blicks bewertet werden sollte.



Über die vergangenen 20 Jahre lieferte der US-Aktienmarkt im September eine durchschnittliche Wertentwicklung von minus 0,77% (Standard & Poor's 500 Index), allerdings wurde diese Entwicklung stark von exogenen Schocks beeinflusst. Unter anderem fielen der Terroranschlag 9/11 im Jahr 2001 (-8%), die Kreditklemme 2002 (-11%), die große Finanzkrise 2008 mit dem Konkurs von Lehman Brothers (-9%) und die Herabstufung der Bonität der USA im Jahr 2011 (-7%) jeweils in oder um den Monat September. Selbstverständlich wäre es auch nicht fair diese Daten einfach aus der Rechnung zu streichen, aber es ist zumindest erwähnenswert, dass ohne diese Vorkommnisse die rote Laterne an den Jänner gehen würde. Betrachtet man jene Jahre, in denen der Markt in den ersten acht Monaten ähnlich stark zulegen konnte wie 2021, so zeigt sich für den Monat September eine positive Wertentwicklung (1995, 1997, 2019).



Ebenfalls mit etwas Sorge betrachten viele Investoren den starken Anstieg im laufenden Jahr. Der Standard & Poor's 500 Index konnte in den vergangenen sieben Monaten jeweils eine positive Wertentwicklung erzielen. Kam es historisch betrachtet tatsächlich zu einer Korrektur, wenn dieses Phänomen vorlag? In den vergangenen 60 Jahren trat dieses Ereignis 14-mal auf. In fünf Fällen kam es im folgenden Monat zu einem Rückgang des Aktienmarktes. In vier Beobachtungen konnte der Markt ein Plus von bis zu 3,2% erzielen, bevor diese Phase beendet wurde. In weiteren fünf Fällen kam es zu einem weiteren Anstieg von 9,7% oder mehr bevor sich der Aktienmarkt wieder schwächer präsentierte. Das letzte Mal konnte der US-Aktienmarkt zehn Monate in Folge zulegen, bevor im Februar 2018 eine Korrektur einsetzte. Eine eindeutige Richtung ist daher aufgrund dieser Statistik nicht festzumachen.



Ein interessantes Bild ergibt sich auch, wenn man sich die Entwicklung der einzelnen Aktienregionen im laufenden Jahr ansieht. Die Tatsache, dass Aktien aus den Schwellenländern am Ende des Feldes rangieren ist wohl weniger überraschend (unter anderem: Regulierung durch China, Schwäche auf den brasilianischen Märkten), allerdings sorgte zuletzt die Entwicklung auf dem japanischen Aktienmarkt für Aufsehen. Seit April waren japanische Aktien gegenüber jenen aus Europa oder den USA merklich zurückgefallen, doch diese Lücke konnte nun innerhalb weniger Wochen geschlossen werden.



Diese Bewegung dürfte vor allem auf zwei Effekte zurückzuführen sein. Zum einen hatte der Ministerpräsident Yoshihide Suga, dessen Zustimmungswert seit Amtsantritt vor etwa einem Jahr unter die 30%-Marke gefallen waren (von 70%), seinen Rücktritt verkündet. Er werde nicht mehr für die Wahl des Parteivorsitzenden der Liberaldemokratischen Partei (LDP) kandidieren und auch das Regierungsamt niederlegen. Bei den anstehenden Wahlen im Herbst wird bereits ein neuer Spitzenkandidat das Ruder übernommen haben. Zudem hatte Japan über das Frühjahr und den Sommer stark mit wirtschaftlichen Einschränkungen zu kämpfen, da der Impffortschritt gegenüber Europa und den USA hinterherhinkte. Viel später begann das Land mit der Durchimpfung und hatte auch mit der ausreichenden Verfügbarkeit von Impfstoffen zu kämpfen. Das Impftempo gewinnt jedoch auch im Land der untergehenden Sonne merklich an Fahrt. Die Anzahl der vollständig "immunisierten" Personen liegt nur noch knapp hinter den USA und die Anzahl der verabreichten Dosen liegt bereits auf deren Niveau. Dies scheint die Hoffnung zu schüren, dass sich die Lage hoffentlich rasch stabilisiert.

AssetklasseGewichtung VV*Positionierung
Geldmarkt Keine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
Untergewichtet Das Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit Inflationsgeschützten (Staats-) Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihe sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine Normalisierung und profitieren mit Inflationsanleihen von einem Puffer gegen steigende Zinsen. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark Untergewichtet Strukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
Übergewichtet Der US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtet Die Aktienmärkte haben das Krisenjahr 2020 hinter sich gelassen, und viele Indizes sind auf neue Höchststände geklettert. Der Aktienmarkt ist angesichts der niedrigen Zinsen weiterhin attraktiv bewertet. Mehrere vielversprechende Impfstoffe lassen ein Ende der Pandemie und die Erholung der Wirtschaft erwarten, während die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten die Wirtschaft noch länger stützen werden. Die Sentimentindikatoren deuten Optimismus bei den Anlegern an. Daher hat der Investment Komitee am 16. April beschlossen, Gewinne mitzunehmen und die Aktienquote zu rebalancieren. Dabei wurden vorwiegend Aktien aus den USA und Europa verkauft.
   

FAZIT AKTIEN

Stark steigende Märkte alleine sind noch kein Indiz für eine kurz bevorstehende Kurskorrektur. Die Trends wie das Wachstum der Unternehmensgewinne (auch für das kommende Jahr) sowie der Notstand an anderen attraktiven Anlageklassen (There Is No Alternative) sollten die Aktienmärkte weiter stützen. Zudem zeigen die Sentimentindikatoren keine Euphorie oder Selbstzufriedenheit der Investoren an. Aus diesen Gründen bleibt die Aktiengewichtung weiterhin übergewichtet, wenngleich die Risiken im Auge behalten werden sollten. Vorübergehend könnte auch die Schwankung auf den Märkten spürbar ansteigen, derzeit ist unsere Erwartung jedoch, dass bei kurzfristigen Rücksetzern rasch wieder Käufer auftreten, um die Märkte zu stützen. Ausreichend Liquidität scheint unter den Investoren vorhanden die bei diesen "Dips" bereits sein dürften wieder zu investieren.

ANLEIHEN

Die Rallye der Sommermonate mit stetig fallenden Renditen scheint vorbei zu sein. Seit den Tiefstständen im August sind die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen um 20 Basispunkte gestiegen. Wohin die Renditereise nun geht, werden die nächsten Tage zeigen, wenn zahlreiche globale Zentralbanken ihre Zinsbeschlüsse bekannt geben. Besonderes Augenmerk liegt natürlich auf der FED, die ihre Absicht untermauern dürfte noch heuer mit der schrittweisen Drosselung ihrer Wertpapierkäufe zu beginnen. Der anhaltend starke Inflationstrend verstärkt den Druck auf Notenbanken auf die gestiegenen Teuerungsraten zu reagieren. Mit Kanada hat die erste große Industrienation bereits im April begonnen, ihre Anleihenkäufe zu reduzieren.

FAZIT ANLEIHEN

Das aktuelle Marktumfeld kommt unserer Positionierung sehr entgegen. Breakeven-Inflationsraten haben sich von der Aktienentwicklung etwas entkoppelt und streben weiter nach oben. Inflationsgeschützte Anleihen beeindrucken daher mit einer deutlich positiven Performance seit Jahresbeginn - und das trotz gestiegener Zinsen. Dank der konstruktiven Stimmung können Unternehmensanleihen die Verluste aus steigenden Marktrenditen begrenzen. Die Beimischung von italienischen und spanischen Staatsanleihen bringen die erhofften positiven Performancebeiträge.

WÄHRUNGEN

In den USA hat sich die Meinung manifestiert, dass die FED noch heuer mit einem Tapering (Zurückfahren der Anleihenkäufe) beginnt. Dieser Umstand beflügelt den Greenback gegenüber den meisten globalen Leitwährungen. Auf der Verliererseite befinden sich viele Rohstoffwährungen, die unter einem gestiegenen Konjunkturpessimismus leiden. Die kommende ereignisreiche Zentralbankwoche hat jedenfalls das Potential für erhöhte Volatilität an den Devisenmärkten zu sorgen.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Fremdwährungsallokation der Schoellerbank hat sich im laufenden Jahr sehr bezahlt gemacht. Die stärkste Währung im Portfolio ist seit Jahresbeginn ausgerechnet der Chinesische Renminbi, den wir mit 10% prominent gewichtet haben. Die höchste Gewichtung nimmt weiterhin der USD mit 41% ein.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 21.09.2021

Diese Marketingmitteilung wurde von der Schoellerbank AG, Renngasse 3, 1010 Wien erstellt (Medieninhaber und Hersteller)
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