Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 15. Oktober 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 18.10.2021)

Downloads

TypDokumentDatei-Größe
Schoellerbank Markteinschätzung151 KB
AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Unternehmensgewinne erholen sich ebenso rasch wie die Gesamtwirtschaft. Die Aktienmärkte in den USA und Europa sind auf neue Höchststände geklettert. Die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten unterstützen den Aufschwung. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her. Die regulatorischen Eingriffe schrecken die internationalen Anleger ab. Doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt. Wir haben im April 2021 die Aktienquote auf das untere Ende der „Übergewichteten“ Bandbreite rebalanciert. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese vorsichtig optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Im September schürten steigende Inflationszahlen die Angst vor Liquiditätsentzug und Zinsanhebungen, die Aktienmärkte erlebten ihren schwächsten Monat seit Ausbruch der Covid-19 Pandemie. Mit Beginn der Berichtssaison im Oktober kehrten die Marktteilnehmer wieder zur ihrer "Buy-the-Dip-Men-talität" zurück, was dem MSCI World Aktien-Index ein neues Allzeithoch bescherte, der S&P500 liegt nur knapp 1,5% darunter.



In den USA starteten die großen Wall-Street-Banken mit ihren Quartalsergebnissen, die durchwegs freundlich ausfielen. Generell deuten die bisherigen Zahlen erneut auf ein gutes Quartal hin. Für den S&P500 wird derzeit ein Gewinnwachstum von 32% erwartet, wobei die Sektoren Energie und Grundstoffe die höchsten Wachstumsraten ausweisen sollten. Das Schlusslicht bilden anhand der aktuellen Gewinnschätzungen die Versorger mit einem Gewinnwachstum nahe der Nulllinie. Für Banken sollten die gestiegenen Zinsen die Aktivseite der Bilanz unterstützen.



Belastend wirken sich dagegen die gestiegenen Inputpreise auf Industrieunternehmen aus, wo besonders die hohen Energiekosten belasten werden. Derzeit liegt der Preis für ein Barrel, Rohölsorte Brent, bei über 85 US-Dollar und damit fast doppelt so hoch wie noch zu Jahresbeginn. Auch andere Energierohstoffe wie Öl der Sorte WTI, Benzin oder Gas haben eine ähnliche Preisentwicklung hinter sich.



Ganz aktuell enttäuschten Wirtschaftsdaten aus China, welche im dritten Quartal niedriger als erwartet ausfielen. So lag das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal bei 4,9% (erwartet 5,2%) und die Industrieproduktion bei +3,1% (vs. 4,5%). Als Hintergrund werden Energieknappheit und der Anstieg der Kohlepreise angeführt.

FAZIT AKTIEN

Wir gehen derzeit davon aus, dass die Unternehmensgewinne weiter ansteigen, wobei die Wachstumsraten in den nächsten Quartalen rückläufig sein werden. Die höheren Energiepreise könnten sich selektiv auf die Gewinne der Unternehmen auswirken und es besteht auch die Gefahr, dass in Folge die Lohn-Preis-Spirale anspringt. Der Fokus sollte daher auf Unternehmen mit Preismacht liegen, die ihre Margen halten und die höheren Input-Kosten weitergeben können.

Aufgrund unseres Qualitätsansatzes in der Aktienauswahl sind wir zuversichtlich, dass unsere Titel ihre Margen halten können. Wir halten weiterhin eine "Übergewichtete" Aktienquote für die richtige Allokation in diesem Umfeld.

ANLEIHEN

Die Bewegung der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe glich in den letzten 14 Tagen einer Berg- und Talfahrt. Die Rendite bewegte sich in einer sehr weiten Bandbreite zwischen -0,24% und -0,08% und notiert aktuell bei -0,17%. US-Treasuries Renditen bewegten sich im selben Zeitraum in einer Bandbreite von 1,47% -1,62% und notieren aktuell bei 1,54%.



Der Grund für den volatilen Verlauf liegt vor allem an der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise, die nach wie vor im Steigen begriffen sind. Ebenfalls beeinflusst die Bewegung im Bundmarkt die Entwicklung bei den britischen Gilts-Anleihen bzw. den US-Treasuries, die momentan die Richtung vorgeben. Auch wenn die 10-jährige Bundanleihe, diese Woche erstmals wieder an der 0% Grenze kratzte, konnte diese wichtige Marke vorerst nicht überschritten werden.



Die Einschätzung der Notenbanken, dass es sich bei der aktuellen Inflationsentwicklung, um ein vorübergehendes Phänomen handelt, gerät indes ins Wanken. Der Ölpreis hat sich, gemessen am Brent Crude Oil, gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Die Großhandelspreise in Deutschland sind im September gegenüber dem Vorjahr um 13,2% gestiegen, damit handelt es sich um den höchsten Anstieg seit der Ölkrise im Jahr 1974. Die Großhandelspreise geben normalerweise die Richtung für die Inflation vor, weswegen ein weiter Anstieg in den nächsten Monaten wahrscheinlich ist.

FAZIT ANLEIHEN

Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, die zusätzlich durch eine kürzere Duration Positionierung unterstützt wird. Wir gehen davon aus, dass die Renditen weiter ansteigen werden und ein Überschreiten der 0% Grenze, bei den 10-jährigen deutschen Staatsanleihen, nur mehr eine Frage der Zeit ist. Wir erwarten eine Outperformance von Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen und eine Erholung bei Schwellenländeranleihen in lokaler Währung. Inflationsgeschützte Anleihen bleiben für uns ein wichtiges Kerninvestment.

WÄHRUNGEN

Seit dem letzten Investment Komitee vor 14 Tagen konnte die norwegische Krone mit einem Plus von 2,55% gegenüber dem Euro am besten Performen. Die schlechteste Performance lieferte der japanische Yen ab, der ein Minus von 2,94% aufweist.



Der EUR/USD ist wieder über die wichtige Marke von 1,16 zurückgekehrt. Das erwartete Tapering sollte mittlerweile zur Gänze eingepreist sein, wodurch sich von dieser Seite keine "USD positiven" Überraschungen ergeben sollten. Ein Teil des jüngsten Dollaranstiegs hatte mit den von den Märkten eingepreisten Zinserhöhungen der FED zu tun. Diese müssen erst tatsächlich eintreten, um das derzeitige USD Niveau zu rechtfertigen. Wir gehen in nächster Zeit von einem stärkeren Euro gegenüber dem US-Dollar aus.

FAZIT WÄHRUNGEN

Bei den globalen Anleihen haben wir im US-Dollar Gewinne mitgenommen und stattdessen in den japanischen Yen investiert. Nach den jüngsten Korrekturen erscheint eine Aufstockung des japanischen Yen interessant. Der japanische Yen ist eine klassische Sicherheitswährung, ähnlich dem Schweizer Franken, der normalerweise in Schwächephasen des Aktienmarkts seine Stärke ausspielt. Beim chinesischen Renminbi nehmen wir ebenfalls Gewinne mit und stocken dafür den rohstofflastigen Australischen Dollar auf. Die sonstige Positionierung im Fonds bleibt unverändert.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



Rechtliche Hinweise:

Diese Unterlage wurde nur zu Werbezwecken erstellt und stellt keine Finanzanalyse, keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar. Die vorliegenden Informationen sind insbesondere kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren sowie keine Aufforderung, ein solches Angebot zu stellen. Sie dienen nur der Erstinformation und können eine auf die individuellen Verhältnisse und Kenntnisse der Anlegerin bzw. des Anlegers bezogene Beratung nicht ersetzen.

Diese Marketingmitteilung wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

Über den grundsätzlichen Umgang der Schoellerbank AG mit Interessenkonflikten sowie über die Offenlegung von Vorteilen informiert Sie die Broschüre "MIFID II - Markets in Financial Instruments Directive". Ihre Beraterin, Ihr(e) Berater(in) informiert Sie gerne im Detail.

Bezüglich der steuerlichen Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater. Die steuerliche Behandlung ist von den persönlichen Verhältnissen der Anlegerin bzw. des Anlegers abhängig und kann künftig Änderungen unterworfen sein.

Die vorliegenden Informationen wurden von der Schoellerbank AG, Renngasse 3, 1010 Wien, auf der Grundlage von öffentlich zugänglichen Quellen erstellt, die als zuverlässig eingeschätzt werden. Die Informationen können jederzeit einer Änderung unterliegen. Die Schoellerbank AG ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet. Die Haftung der Schoellerbank AG für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und -studie und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.

Diese Unterlage darf nicht an "US-Persons" (Regulation S des US-Securities Act 1933) ausgehändigt werden. ("US-Persons" darf das gegenständliche Produkt nicht vermittelt bzw. dürfen diese nicht darüber beraten werden. - nur, falls ein konkretes Produkt angesprochen wird)

Vervielfältigungen - in welcher Art auch immer - sind nur nach vorheriger ausdrücklicher Genehmigung der Schoellerbank AG zulässig. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Betreuerin bzw. Ihren Betreuer.
Irrtum und Druckfehler vorbehalten.

Stand: 18.10.2021

Diese Marketingmitteilung wurde von der Schoellerbank AG, Renngasse 3, 1010 Wien erstellt (Medieninhaber und Hersteller)
VOILA_REP_ID=C1257E77:00296CBA