Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 26. November 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 26.11.2021)

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Schoellerbank Markteinschätzung172 KB
AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Unternehmensgewinne erholen sich ebenso rasch wie die Gesamtwirtschaft. Die Aktienmärkte in den USA und Europa sind auf neue Höchststände geklettert. Die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten unterstützen den Aufschwung. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her. Die regulatorischen Eingriffe schrecken die internationalen Anleger ab. Doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt. Wir haben im April 2021 die Aktienquote auf das untere Ende der „Übergewichteten“ Bandbreite rebalanciert. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese vorsichtig optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Letzte Woche beherrschten zwei Themengebiete das Marktgeschehen:



Zuerst stand die US-Notenbank Fed im Fokus, wo sich US-Präsident Joe Biden für eine zweite Amtszeit des amtierenden Fed-Chefs Jerome Powell entschied. Begründet wurde der Schritt mit dem guten Management während der Corona-Krise sowie dem Wunsch nach Kontinuität an der Spitze der Zentralbank. Daneben wurde das FOMC-Protokoll von der FED-Sitzung Anfang November veröffentlich, wo eine deutliche Besorgnis über die anhaltend hohe Inflation zum Ausdruck kam. Mehrere Fed-Offizielle sind gemäß Protokoll deshalb bereit, das Anleihen-Kaufprogramm schneller, als von den Marktteilnehmern weithin erwartet, zurückzufahren. In Folge könnte das bereits einen Zinsschritt im ersten Halbjahr 2022 bedeuten.



Am Freitag letzter Woche schickte die Nachricht über eine neue Coronavirus-Variante die Märkte auf Talfahrt. Der neue Stamm mit dem Namen Omikron wurde von der WHO als "besorgniserregend" eingestuft, da er mehrere Mutationen aufweist und ansteckender ist als die derzeit dominante Variante Delta. Der Druck auf die Kurszettel baute sich sukzessive auf, als die Staaten nacheinander Reisebeschränkungen einführten. Omikron ist der 15 Buchstabe im griechischen Alphabet, was bedeutet, dass seit der bisher bekannten Delta Variante bereits mehrere Stämme identifiziert wurden, die es mangels Gefährlichkeit nicht auf die Titelseiten der Medien geschafft haben. Laut Medien wurden auch zwei Buchstaben übergangen wie z.B. der 14 Buchstaben Xi, um niemanden zu verärgern.



In Europa verlor der Stoxx600 3,67%, für den DAX ging es 4,15% nach unten, und der österreichische ATX verlor 4,18%. In den USA war die Lage etwas weniger dramatisch mit Verlusten von 2,27% im S&P500. Rohstoffe dagegen wurden abverkauft und die Öl-Sorten Brent und WTI mussten jeweils mehr als 10% abgeben.



Am Wochenende meldeten sich erste Marktteilnehmer, die vor übertriebener Panik warnten, manche machten sogar schon wieder Kaufkurse aus. Begründet wurde das mit Untersuchungen, die zwar belegen würden, dass Omikron hoch ansteckend sei, der Verlauf der Krankheit aber mild ausfalle. Und tatsächlich eröffneten die Börsen am Montag freundlich und auch die Rohstoffmärkte machten einen Teil der vorangegangenen Verluste wieder wett.

FAZIT AKTIEN

Die neue Corona-Variante wirft einige Fragen auf, die vermutlich erst in den nächsten Monaten geklärt werden können. Von besonderem Interesse ist, ob die aktuelle Impfung auch gegen die neue Variante wirksam ist oder ob der aktuelle Impfstoff zeitaufwändig modifiziert werden muss. Dann könnten weltweite Lockdowns und Reisebeschränkungen erneut notwendig werden. Je nach Nachrichtenlage dazu werden sich die Märkte entsprechend volatil verhalten, was jedoch wieder die Notenbanken veranlassen könnten stützend einzugreifen.

Vorerst belassen die Aktienquote übergewichtet und vertrauen auf die hohe Qualität unserer Aktienselektion.

ANLEIHEN

Der amerikanische Präsident Joe Biden hat nach Ablauf der Amtsperiode Jerome Powell für weitere 4 Jahre als Chef der FED bestätigt. Die auch als Kandidatin ins Spiel gebrachte Notenbank Gouverneurin Lael Brainard wurde als Vize Notenbank Chefin ernannt. Da Brainard als Befürworterin der Unterstützung eines starken Arbeitsmarktes gilt und das Inflationsthema ihr weniger Sorge bereitet, reagierten die Märkte zuerst mit Renditeanstiegen, weil vom nun bestätigten Jerome Powell eine stärkere Bekämpfung der ansteigenden Inflation erwartet wird. Anhand der FED Fund Futures werden mittlerweile bis Ende 2023 mindestens drei Zinsschritte in Höhe von jeweils 25 Basispunkten erwartet. Der Anstieg der Renditen zeigt auch, dass die Inflationssorgen in den letzten Monaten wieder zugenommen haben. Am Ende der Woche hat sich das Bild jedoch schlagartig geändert, da Sorgen um eine neue Coronavirus Variante aus Südafrika die Risikobereitschaft reduziert und die Nachfrage nach sicheren Anleihen wieder angestiegen ist.



Von den Entwicklungen konnten sich auch die deutschen Staatsanleihen nicht entkoppeln. Die zehnjährige deutsche Staatsanleihe legte eine sehr volatile Entwicklung hin, notiert im Endeffekt aktuell bei -0,31%.



Interessant war letzte Woche ein Kommentar des Mitglieds des einflussreichen EZB Direktoriums, Isabel Schnabel, in einem Interview für Bloomberg. Sie sieht die Inflationsrisiken eher auf der Aufwärtsseite. Die Linie der EZB war bisher immer jene, dass es sich bei der aktuellen Inflation um eine temporäre Entwicklung handelt, die sich bald wieder normalisieren werde.



Die ansteigenden Renditen der deutschen Bünde sorgen auch diesmal für eine Ausweitung der Risikoaufschläge bei italienischen Staatsanleihen, aktuell notieren diese bei 129 Basispunkten und liegen damit nur knapp unter den Höchstständen des Jahres. Durch die hohe Staatsverschuldung ist unser südlicher Nachbar sehr anfällig bei sich verschlechternden Finanzierungsbedingungen.



Bei Euro Unternehmensanleihen sind die Risikoaufschläge ebenfalls angestiegen. Die Zuwächse bewegten sich in der letzten Woche bei Investment Grade Anleihen jedoch unter 2 Basispunkten. High Yield Anleihen stiegen mit 6 Basispunkten etwas stärker an.



Die Kursentwicklung von Anleihen der Emerging Markets Länder in lokaler Währung sind weiterhin volatil. Seit Anfang des Monats konnte die Benchmark bis letzte Woche einen Kursgewinn von über 2% erzielen, dieser löste sich jedoch in der letzten Woche wieder auf. Die ansteigenden Treasury Renditen, verbunden mit einem stärkeren USD lasten auf dem Segment. Zusätzlich verlor die türkische Lira durch Äußerungen von Präsident Erdogan in der letzten Woche über 10%. Die Ansteckungsgefahr ausgehend von der Türkei für die anderen Emerging Markets sehen wir jedoch als sehr gering an, weil die Probleme der Türkei im eigenen Land liegen. Die Gewichtung der Türkei in der Benchmark beträgt aktuell 1,67%, wodurch die Auswirkung auf die gesamte Kursentwicklung sehr gering sind.

FAZIT ANLEIHEN

Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, die zusätzlich durch eine kürzere Duration Positionierung unterstützt wird. Wir gehen davon aus, dass die Renditen mittelfristig ansteigen werden. Wir erwarten eine Outperformance von Unternehmensanleihen gegenüber Staatsanleihen. Die herausfordernde Situation in den Emerging Markets Ländern durch die ansteigende Inflation und damit verbundenen Leitzinserhöhungen sollte sich mittelfristig wieder verbessern. Wir bleiben weiterhin in Schwellenländeranleihen in lokaler Währung investiert, weil auch der laufende Kuponertrag sehr attraktiv ist. Inflationsgeschützte Anleihen bleiben für uns ein wichtiges Kerninvestment.

WÄHRUNGEN

Die schwedische Krone war eindeutig der Verlierer der letzten zwei Wochen. Sie wertete über 2% gegenüber dem Euro ab. Der Rücktritt der schwedischen Ministerpräsidentin Andersson dürfte den Abwärtstrend nochmals kurzfristig verschärft haben, aber der Hauptgrund für die Schwäche der Währung liegt in der weiterhin sehr lockeren Geldpolitik der schwedischen Zentralbank. Die Riksbank hat in der Zinssitzung am Donnerstag den Leitzins unverändert belassen und stellt erste Zinserhöhungen erst im Jahr 2024 in den Raum. Mit einem Tapering will die Notenbank frühestens 2023 beginnen, die Bilanzsumme soll im nächsten Jahr weitgehend unverändert belassen bleiben.



Ganz anders sieht die Situation in den USA aus. Kommentare einiger FED Mitglieder in der letzten Woche deuten darauf hin, dass die Bereitschaft einer schnelleren Normalisierung der Geldpolitik in den USA steigt. Diese Meldungen haben die ohnehin bereits starke USD Dollar Entwicklung weiter beflügelt, gegenüber der letzten Komitee Sitzung konnte der USD gegenüber dem Euro um weitere 2% zulegen und notiert aktuell bei 1,1224.

FAZIT WÄHRUNGEN

Der zuletzt weiterhin starke USD hat hauptsächlich mit der sich geänderten Einschätzung einiger FED Mitglieder zu tun, dass eine Normalisierung der Geldpolitik rascher umgesetzt werden sollte. Der Markt geht bereits bis Ende 2023 von 3 Zinserhöhungen aus. Diese Einschätzungen sehen wir ambitioniert, eine Umkehr des Trends könnte bald erfolgen.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

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Stand: 26.11.2021

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