Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 12. November 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 12.11.2021)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Unternehmensgewinne erholen sich ebenso rasch wie die Gesamtwirtschaft. Die Aktienmärkte in den USA und Europa sind auf neue Höchststände geklettert. Die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten unterstützen den Aufschwung. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her. Die regulatorischen Eingriffe schrecken die internationalen Anleger ab. Doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt. Wir haben im April 2021 die Aktienquote auf das untere Ende der „Übergewichteten“ Bandbreite rebalanciert. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese vorsichtig optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In der vergangenen Woche wurden viele Inflationszahlen für den Oktober berichtet. Die US-Inflation stieg im Oktober im Monatsvergleich um 0,9% und im Jahresvergleich um 6,2% an. Selbst ohne Berücksichtigung der gewöhnlich recht volatilen Nahrungsmittel- und Energiepreise ist die Inflation in den USA mit 4,6% im Jahresvergleich immer noch empfindlich hoch. Ein Vergleich der US-Inflationsrate mit der 10-jährigen Rendite der US-Staatsanleihen macht deutlich, wie dramatisch der Anstieg der Inflation derzeit ist. Die Realrendite - also die Rendite abzüglich der laufenden Inflation - von US-Staatsanleihen ist sehr niedrig bei -4,7%. Man muss bis in die 70er Jahre zurückgehen, um ähnlich negative Realrendite zu finden.



Die hohe Inflation hat den Aktienmärkten keinen Dämpfer verpasst - im Gegenteil. Seit Jahresbeginn ist der US-Aktienmarkt - gemessen am S&P500 Index - bereits um gut 24% angestiegen. Darüber hinaus erhöhen sich trotz der verbreiteten Sorgen um Inflation, Lieferketten, Geopolitik, COVID-19 und hohen Energiepreisen die Gewinne der Unternehmen ungehindert weiter. Die derzeitige Berichtsaison konnte sowohl in den USA als auch in Europa die Erwartungen bei weitem übertreffen. Es besteht derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass dieser Trend bald abreißt. Bei der Aktienauswahl wird es in den kommenden Quartalen aber sehr wichtig sein, ob die Unternehmen die steigenden Inputkosten an ihre Kunden weitergeben können. Mit einem großen Augenmerk auf solide Wettbewerbsvorteile sehen wir uns gut gerüstet für das kommende Jahr.

FAZIT AKTIEN

Wir halten weiterhin an der übergewichteten Aktienpositionierung fest. Obwohl diverse Risken bestehen und die erhöhte Inflation in manchen Branchen eher negativ zu Buche schlagen wird, sehen wir keine echte Alternative zu einem solide zusammengestellten Aktienportfolio. Für das kommende Jahr bereiten wir uns aber auf ein schwierigeres Umfeld vor und legen noch größeren Wert auf hervorragende Geschäftsmodelle.

ANLEIHEN

Die Entwicklung an den Rentenmärkten ist nach wie vor sehr stark von der Entwicklung der Inflationsdaten geprägt. Die chinesischen Produzentenpreise steigen so stark wie seit 25 Jahren nicht mehr (+13,5% zum Vorjahr), der Anstieg der amerikanischen Verbraucherpreise erreichte ein 30-Jahres-Hoch (+6,2% zum Vorjahr) und die japanischen Erzeugerpreise kletterten mit 8,0% zum Vorjahr so kräftig wie seit fast vierzig Jahren nicht mehr. Unter den meisten Beobachtern herrscht nach wie vor die Überzeugung, ein Großteil dieses Preisauftriebs sei vorübergehend. Der weilweite Nachfrageschub nach Gütern auf der einen und anhaltende Engpässe in den globalen Lieferketten auf der anderen Seite würden sich im Zeitablauf ebenso abschwächen wie der Auftrieb der Energiepreise. Allerdings beschreibt der Begriff "vorübergehend" dabei aber einen immer längeren Zeitraum. US-Notenbankchef Jerome Powell wies darauf hin, "vorübergehend" heiße nicht "kurzlebig", sondern sei eher gleichzusetzen mit "vergänglich". Doch je länger die Inflationsraten auf ihren hohen Niveaus verharren, desto größer ist die Gefahr, dass die Erwartung stärker steigender Preise, diese auch tatsächlich anwachsen lässt. Die Zentralbanken müssten die Zügel anziehen, was wiederum die Erholung der weltweiten Volkswirtschaft ausbremsen könnte.



Diese Überlegungen spiegeln sich an den Zinsmärkten wider. Bei den US-Treasuries kamen in dieser Woche vor allem die mittleren Laufzeiten unter Druck. Die 5J Treasury-Rendite kletterte seit Veröffentlichung der CPI-Zahlen am Mittwoch um 13 BP auf aktuell 1,22%. Die 2J- und die 10J-Rendite stiegen um jeweils 9 BP.



10-jährige deutsche Bundesanleihen korrigierten von -0,10% vor einer guten Woche auf -0,30% und stiegen nach den amerikanischen Inflationsdaten wiederum leicht auf -0,25% an. Der Risikoaufschlag für Italien stieg in den vergangenen zwei Wochen von ca. 110 BP auf aktuell 123 BP an, was einer Rendite von 0,98% für 10-jährige italienische Staatsanleihen entspricht.



Die amerikanischen Verbraucherpreisdaten kamen mit 6,2% für Oktober noch stärker als erwartet, und so stark wie seit dreißig Jahren nicht mehr. Preisdruck wurde für nahezu alle Bereiche ausgewiesen, speziell in den "Wiedereröffnungs-Kategorien" wie Mietwagen, dem Güterbereich infolge der Lieferengpässe, dem Energiesektor und auch bei den Mieten.



Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) wird noch in diesem Monat damit beginnen, ihr massives Programm zum Kauf von Anleihen herunterzufahren. Derzeit kauft sie für monatlich 120 Milliarden Dollar, vor allem Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere. Den Kauf von US-Staatspapieren will die Fed nun pro Monat um 10 Milliarden Dollar senken. Bei Hypothekenpapieren sollen die Käufe pro Monat um 5 Milliarden Dollar reduziert werden. Die Drosselung der Käufe ab Mitte November bedeutet, dass das Programm im Juni 2022 komplett beendet wäre. Die Anleihekäufe sollen nach Angaben der Federal Reserve Anfang Dezember weiter abgesenkt werden. Die Zentralbank behält sich dabei Änderungen an ihrem Plan vor. In einer Mitteilung verwies die Fed auf "substanzielle weitere Fortschritte" bei ihrem Ziel, möglichst Vollbeschäftigung und eine Inflationsrate von durchschnittlich 2 Prozent zu erreichen. Der Markt preist für das Jahr 2022 mittlerweile auch schon 2 Zinserhöhungen in den USA ein. In Europa wird dies im nächsten Jahr mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht passieren.

FAZIT ANLEIHEN

Die Breakeven-Inflationsraten bewegen sich aktuell, nach einer kurzen Energiepreisbedingten Korrektur Ende Oktober, wieder auf die alten Höchststände zu. Inflationsgeschützte Anleihen beeindrucken daher mit einer deutlich positiven Performance seit Jahresbeginn - und das trotz gestiegener Zinsen. Aufgrund dessen werden wir in den nächsten Tagen eine Reduktion der Linker im Staatsanleiheportfolio vornehmen, um etwas vorsichtiger aufgestellt zu sein. Dies ändert aber nichts an unserer positiven Einstellung gegenüber dieser Assetklasse, die weiterhin einen Schwerpunk der Anleihepositionierung bildet. Im Allgemeinen bestätigen wir unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, die zusätzlich durch eine kürzere Duration Positionierung unterstützt wird. Italien sollte weiterhin von der Unterstützung der EZB profitieren und bietet eine interessante Beimischung im Portfolio. Weiterhin positiv eingestellt sind wir gegenüber Unternehmensanleihen bester Bonität. Diese profitieren nach wie vor von der Unterstützung der Zentralbanken, vom Umfeld niedriger Renditen bei den Staatsanleihen bei geringer Volatilität und bieten einen interessanten Aufschlag beim Zinseinkommen. Wir vermeiden nach wie vor risikoreichere Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich, da sich die Verschuldungskennziffern verschlechtern und wir von steigenden Ausfallsraten ausgehen. Durchaus positiv sind wir auch weiterhin gegenüber Schwellenländeranleihen eingestellt, wo die Bewertung langfristig gesehen nach wie vor günstig erscheint und diese von der allgemeinen Suche der Investoren nach höheren Renditen profitieren sollten. Auch abseits der Schwellenländer setzen wir auf eine höhere Fremdwährungsallokation, was sich im heurigen Jahr bereits bezahlt gemacht hat.

WÄHRUNGEN

Am Devisenmarkt gerät der Euro gegenüber dem US-Dollar immer weiter unter Druck. Dem Bundmarkt gelingt es mittlerweile besser, sich dem Renditeaufwärtsdruck des US-Treasury-Marktes zu entziehen. Damit weitet sich der Vorsprung der USD-Renditen gegenüber den EUR-Renditen aus. Auch die Erwartung der Entwicklung der kurzfristigen Zinsen bevorzugt klar den USD. Dadurch ist der Euro nach Durchbrechen der 1,15er-Marke am Mittwoch mittlerweile bis auf Kurse um 1,1440 gefallen.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Fremdwährungsallokation in der Schoellerbank Vermögensverwaltung hat heuer einen sehr guten Ergebnisbeitrag geliefert und bleibt neben den inflationsgeschützen Anleihen der zweite Hauptpfeiler der Anlagestrategie. Die Zinsentwicklung des Euroraums gegenüber anderen Volkswirtschaften spricht momentan eher gegen den Euro, was der Strategie weiterhin gute Erträge bescheren dürfte.


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Stand: 12.11.2021

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