Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 10. Dezember 2021

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 12.10.2021)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Unternehmensgewinne erholen sich ebenso rasch wie die Gesamtwirtschaft. Die Aktienmärkte in den USA und Europa sind auf neue Höchststände geklettert. Die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten unterstützen den Aufschwung. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her. Die regulatorischen Eingriffe schrecken die internationalen Anleger ab. Doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt. Wir haben im April 2021 die Aktienquote auf das untere Ende der „Übergewichteten“ Bandbreite rebalanciert. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese vorsichtig optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Ein hervorragendes Jahr für Aktieninvestoren geht dem Ende entgegen. Globale Aktien konnten, gemessen am MSCI AC World Index, auf Eurobasis bisher etwa 25% zulegen. Berücksichtigt man Dividendenzahlungen, die auch wieder in den Index investiert worden wären, dann liegt das Plus gar bei nahezu 28%. Das ist höchst erfreulich vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass dieser Anstieg auch von einer deutlich positiven Entwicklung der Unternehmensgewinne getragen wurde. Dieser Kursanstieg war jedoch gerechtfertigt, denn das Gewinnwachstum bei den Unternehmen wird für das Jahr 2021 deutlich höher ausfallen, als dies zum letzten Jahreswechsel von den Analysten prognostiziert wurde.



Nichtsdestotrotz liegt die Latte für das kommende Jahr deutlich höher. Darüber hinaus wird sich das Gewinnwachstum im Jahr 2022 merklich abschwächen, selbstverständlich auch bedingt durch die hohe Basis, die im Jahr 2021 gelegt wurde. Der Anstieg wird wohl nicht mehr im zweistelligen Prozentbereich liegen. Allerdings sollte sich der Wachstumspfad auch im neuen Jahr fortsetzen. Neben diesem Faktor sprechen auch die negativen Realrenditen bei Anleihen sowie die Sentiment-Indikatoren, die keine übertrieben positive Stimmung der Investoren anzeigen, weiterhin für die Anlageklasse Aktien.



Kritische Themen, die die Volatilität im kommenden Jahr erhöhen könnte, liegen jedoch auch auf dem Tisch. Die Inflationsrate hat im November in den USA, mit +6,8% im Jahresvergleich, den höchsten Wert seit dem Jahr 1982 erreicht und die Kerninflation (exklusive Energie und Nahrungsmittel) stieg auf den höchsten Stand seit dem Jahr 1991. Es ist daher zu erwarten, dass auch im kommenden Jahr die inflationäre Entwicklung ein heiß diskutiertes Thema bleiben wird. Unter anderem sind die Effekte auf die Zentralbankpolitik und in weiterer Folge auf die Zins- und Renditelandschaft nicht unerheblich. Auch die Auswirkungen auf die Unternehmensergebnisse (z.B. Margen) oder die Bewertung der Aktienmärkte sind mit Sicherheit interessante Diskussionspunkte. Zudem scheint es, als würde uns auch die Corona-Pandemie im kommenden Jahr weiterhin begleiten.

FAZIT AKTIEN

Wir halten zum Jahresstart an der Übergewichtung von Aktien fest, da die positiven Faktoren weiterhin überwiegen. Eine möglicherweise erhöhte Schwankung im kommenden Jahr sollte Investoren nicht von Anlagen in Aktien abschrecken. In schwankungsbreiteren Märkten bieten sich auch oftmals Chancen, die langfristig den Ertrag verbessern können.

ANLEIHEN

Die Entwicklung an den Rentenmärkten ist nach wie vor in erster Linie von den Unsicherheiten rund um "Omikron" und der Entwicklung der Inflationsdaten geprägt. Neu aufgekommene Sorgen wegen der neuen Virusvariante drückten die Renditen der 10-jährigen US-Treasuries im Monatsvergleich von ca. 1,62% auf 1,47%, jene der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe von minus 0,22% auf minus 0,35%. Dies konnte die historisch hohen Inflationsdaten, sowohl in den USA als auch in Europa nicht verhindern, sondern nur abbremsen.



Weihnachten ist zwar bereits in Sichtweite, aber bis dahin werden noch einmal eine ganze Reihe an Ergebnissen aus diversen Notenbanksitzungen in die Kurse zu verarbeiten sein. Genauer gesagt sind es die "Big Five of Central Banks", die sich an den kommenden Tagen von Mittwoch bis Freitag noch einmal zu Wort melden werden. Dazu gehören (der chronologischen Reihenfolge nach) die Federal Reserve, die Schweizer Nationalbank, die Bank of England, die Europäische Zentralbank sowie die Bank of Japan. Bei der Federal Reserve ist die Frage, ob die erst im November gestartete Phase des Taperings nochmals beschleunigt wird, um das Quantitative Easing frühzeitiger zu beenden und danach gegebenenfalls die Leitzinsen anzuheben. Nicht erst die am Freitag bekannt gegebene CPI-Inflationsrate in den USA von 6,8% Y/Y sorgt für mächtig Druck. Allerdings würde die Fed wohl gerne die neu aufgekommene Unsicherheit über die Omikron-Variante hinter sich lassen, bevor sie wieder agiert. Die EZB rangiert geldpolitisch dagegen noch einige Zeit hinter der Fed und vor allem der BoE, aber auch in Frankfurt macht man sich Gedanken über ein Zurückfahren der massiven Expansion. In jedem Fall steht das im kommenden März auslaufende PEPP im Fokus. Zudem wird darauf zu achten sein, ob sich die EZB zu möglichen Zinsanhebungen im Jahr 2022 oder - eher wahrscheinlich - 2023 äußern wird. Im Vorfeld wird im Grunde nur noch die Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze am Mittwochnachmittag Impulse für die "Big Five" liefern können - der am Freitag anstehende traditionell eigentlich marktrelevante deutsche ifo-Geschäftsklimaindex wird nach den Notenbanksitzungen wohl zu einem diesmal "nachlaufenden Frühindikator" degradiert.

FAZIT ANLEIHEN

Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, die zusätzlich durch eine kürzere Duration Positionierung unterstützt wird. Inflationsgeschützte Anleihen beeindrucken mit einer deutlich positiven Performance seit Jahresbeginn. Dies ändert aber nichts an unserer positiven Einstellung gegenüber dieser Assetklasse, die weiterhin einen Schwerpunk der Anleihepositionierung bildet. Italien sollte weiterhin von der Unterstützung der EZB profitieren und bietet eine interessante Beimischung im Portfolio. Weiterhin positiv eingestellt sind wir gegenüber Unternehmensanleihen bester Bonität. Diese profitieren nach wie vor von der Unterstützung der Zentralbanken und vom Umfeld niedriger Renditen bei den Staatsanleihen bei geringer Volatilität und bieten einen interessanten Aufschlag beim Zinseinkommen. Wir vermeiden nach wie vor risikoreichere Unternehmensanleihen im Hochzinsbereich, da sich die Verschuldungskennziffern verschlechtern und wir von steigenden Ausfallsraten ausgehen. Durchaus positiv sind wir auch weiterhin Schwellenländeranleihen gegenüber eingestellt, wo die Bewertung langfristig gesehen nach wie vor günstig erscheint und diese von der allgemeinen Suche der Investoren nach höheren Renditen profitieren sollten. Auch abseits der Schwellenländer setzen wir auf eine höhere Fremdwährungsallokation, was sich im heurigen Jahr schon bezahlt gemacht hat.

WÄHRUNGEN

Die letzten zwei Wochen waren währungsseitig geprägt von einer schwachen Euro Entwicklung. Unter den G10 Währungen waren nur der Britische Pfund (-0,44%) und der Neuseeland Dollar (-0,35%) noch schwächer als der Euro.



Die stärkste Währung gegenüber Euro war die Norwegische Krone (1,47%), dicht gefolgt von der Schwedischen Krone (1,23%) und dem Australischen Dollar (+0,72%).



Die Stärke des US-Dollars gegenüber dem Euro konnte sich nicht mehr fortsetzen. Bei der Grenze von 1,12 hat die Währung gedreht und notiert aktuell bei 1,1266. Der Anstieg des USD im November hatte hauptsächlich mit der Änderung der Einschätzung der FED zu tun, dass sich der Inflationsanstieg nicht mehr als vorübergehend darstellt und dadurch ein höheres Tempo beim FED Tapering gefragt sei.

FAZIT WÄHRUNGEN

Aus unserer Sicht sollte die Stärkephase des USD bald beendet sein, da ein höheres Tempo beim FED Tapering und die Zinserhöhungen bereits eingepreist sind. Spannend wird die FED Sitzung nächste Woche werden, ob die FED Mitglieder den Einschätzungen des Marktes folgen werden. Davon wird die weitere Euro-USD-Entwicklung entscheidend abhängig sein.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 10.12.2021

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