Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 11. März 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 11.03.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Unternehmensgewinne erholen sich ebenso rasch wie die Gesamtwirtschaft. Die Aktienmärkte in den USA und Europa sind auf neue Höchststände geklettert. Die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten unterstützen den Aufschwung. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her. Die regulatorischen Eingriffe schrecken die internationalen Anleger ab. Doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt. Wir haben im April 2021 die Aktienquote auf das untere Ende der „Übergewichteten“ Bandbreite rebalanciert. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese vorsichtig optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Die Korrektur an den Aktienmärkten zu Beginn dieses Jahres wurde in erster Linie durch anhaltenden Inflationsdruck ausgelöst, der zu aggressiveren Zinsrichtlinien führte. Zusätzlich zum Inflationsdruck trat das am meisten gefürchtete Kriegsszenario zwischen Russland und der Ukraine ein. In den letzten zwei Wochen war der Handel in allen Anlageklassen volatil, da die Anleger ihre Portfolios neu ausbalancierten und in die verschiedenen Anlageklassen ein- und ausstiegen. Die Anleger sind besorgt über die globalen Wirtschaftsaussichten und haben in den letzten Tagen ihren Appetit auf riskantere Anlagen gestillt. Der S&P 500 und die Dow Industrials bleiben im Korrekturbereich, während sich der Nasdaq in einem Bärenmarkt befindet. Der Übergang von der Korrektur zu Bärenmärkten war in Europa am deutlichsten, wo die Wachstumserwartungen am stärksten getroffen wurden. Einer der Gründe ist, dass Europa anfälliger für höhere Gaspreise ist und dass es auf seinem Territorium zu Konflikten kommt. In einem solchen Umfeld könnten wir erwarten, dass defensive Aktien zyklische übertreffen werden, wie es in der vergangenen Periode geschehen ist.



Da sich die Anleger auf die Aussichten einer Stagflation konzentrieren, zeigt Basic Resources und Energy ein gutes Potenzial mit einer derzeit höheren "Free Cash Flow"-Quote im Vergleich zum breiteren Marktdurchschnitt. Ein weiterer leistungsstärkerer Bereich sind Investitionen, die von der kürzlich angekündigten europäischen Energiestrategie (Dokument mit der Bezeichnung "REPowerEU") profitieren könnten. Die EU möchte damit weit vor 2030 unabhängig von russischem Gas werden und den Übergang zu sauberer Energie zu beschleunigen. Darüber hinaus diskutieren immer mehr Unternehmen und die Politik über Möglichkeiten, lokal zu produzieren und die Lieferketten weniger international zu gestalten. Insgesamt könnten Unternehmen von billigeren zu sichereren Optionen wechseln. Anfangs wurde dies von Covid-Einschränkungen und jetzt auch vom Krieg getrieben. Auf der negativen Seite erscheint der Nicht-Basiskonsumgütersektor aufgrund des konstanten Preisdrucks weiterhin anfällig.



Auf der positiven Seite sind folgende Stoßdämpfer: Die Omikron-Variante befindet sich auf dem Rückzug, Haushalte und Unternehmen sparen während der Pandemie, starker Arbeitsmarkt, potenziell besser als erwartetes Wirtschaftswachstum in China von 5,5 % im Jahr 2022.



Einige Analysten und Unternehmensvertreter warnen davor, dass es noch zu früh ist, um zu sehen, welche langfristigen Auswirkungen der Krieg auf die Weltwirtschaft haben wird. Unternehmen haben sich in der Vergangenheit von globalen Konflikten erholt und können die Auswirkungen abmildern, indem sie anderswo nach alternativen Lieferanten suchen.

FAZIT AKTIEN

Insgesamt haben wir Grund zu der Annahme, dass sich die geopolitischen Probleme nur kurzfristig auf die Aktienmärkte auswirken werden und sich langfristig die Fundamentaldaten der Unternehmen durchsetzen können.

Durch den jüngsten Kursrückgang und die im Jänner vorgenommene Aktienreduktion sind die Mandate der Vermögensverwaltung nun de facto "Neutral" positioniert. Wir denken, dass es derzeit kein opportuner Zeitpunkt ist, größere Umschichtungen in Aktienportfolios vorzunehmen und belassen die Ausrichtung also "Neutral".

ANLEIHEN

Die Entwicklung der Anleihemärkte war in den vergangenen zwei Wochen weiterhin vom Konflikt in der Ukraine bestimmt. Die Renditeentwicklung bleibt außergewöhnlich volatil, die Stimmung an den Märkten wechselt nahezu täglich, je nach Nachrichtenlage und der damit verbunden Entwicklung an den Risiko-Märkten. 10-jährige deutsche Bundesanleihen handelten bis Mitte dieser Woche, nachdem sie im Februar die 0,30% Marke überschritten, wieder im negativen Bereich, 10-jährige US-Staatsanleihen fielen bis auf ein Niveau von 1,70%.



Gleichzeitig stiegen die Inflationserwartungen, speziell in Europa, auf neue Höchststände. Die Realrendite (also Rendite abzüglich Inflationsrate) erreichte bisher noch nicht gesehene negative Werte. Dies reflektiert auch das Dilemma, in dem sich die Zentralbanken aktuell befinden. Einerseits müssen sie versuchen die, in erster Linie durch die Energiepreisentwicklung, in die Höhe schießende Inflation zu dämpfen, andererseits das Wachstum unterstützen. In diesem Zusammenhang fällt immer öfter der Begriff Stagflation (also Inflation bei gleichzeitig stagnierendem oder fallendem Wachstum). Eine Rezession, ebenfalls ausgelöst von den hohen Energiepreisen ist mittlerweile ebenfalls ein durchaus realistisches Szenario geworden. Auch die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen und Anleihen der Schwellenländer wurden in Mitleidenschaft gezogen.



Bei ihrer Sitzung am Donnerstag dieser Woche stand die Europäische Zentralbank angesichts des Krieges in der Ukraine und der zu befürchtenden gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen vor einer schwierigen Abwägungsfrage. Angesichts des bereits vor dem Beginn des Krieges erheblich angestiegenen Inflationsdrucks haben die Währungshüter einige Änderungen an ihrer geldpolitischen Ausrichtung vorgenommen. Dies betrifft vor allem den Pfad für das Anleihe Ankaufprogramm APP. Angesichts der hohen Inflation korrigiert der Rat den APP-Ankaufpfad, die ursprünglich für sechs Monate geplante Flankierung des Ausstiegs aus dem Pandemiekaufprogramm endet nun bereits im Juni. Das heißt die EZB wird im zweiten Quartal deutlich weniger Anleihen kaufen als bisher. Sie verweist darauf, dass von dem Krieg in der Ukraine neben dämpfenden Effekten für die Konjunktur auch erhebliche zusätzliche Aufwärtsrisiken für die Inflation ausgehen. Die neuen Projektionen spiegeln dies wider: Die Inflationsprognose für 2022 wurde nochmals deutlich von 3,2% auf nun 5,1% angehoben, während das BIP-Wachstum mit 3,7% in diesem Jahr nur leicht schwächer erwartet wird. Die EZB ist bereit, die Nettoankäufe im Rahmen des APP im dritten Quartal ganz zurückzufahren, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dem nicht entgegenstehen. Naturgemäß nicht erhöht wurden die Zinsen. Die Markterwartung dafür bleibt bei 1-2 Zinserhöhungen in diesem, gefolgt von 1-2 Zinserhöhungen im Jahr 2023. Die Märkte reagierten auf die Ankündigungen der EZB mit einem neuerlichen Anstieg der Renditen bei gleichzeitig deutlich fallenden Inflationserwartungen. 10-jährige deutsche Bundesanleihen notieren aktuell nun wieder bei 0,30%, jene in den USA bereits bei 2,00.

FAZIT ANLEIHEN

Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, wo wir bei den Staatsanleihen eine kürzere Duration Positionierung als in der Benchmark umsetzen. Wir sind weiterhin in inflationsgeschützten Anleihen übergewichtet, nehmen jedoch innerhalb des Segments eine Verkürzung der Duration von 6 Jahre auf 4 Jahre und eine Reduktion von deutschen zu Gunsten französischer Linker vor. Die Assetklasse hat sich nach dem schon fantastischen Jahr 2021 weiterhin sehr gut entwickelt, wobei sich die positive Entwicklung seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs noch beschleunigt hat. Wir realisieren somit einerseits Gewinne und reduzieren andererseits sowohl das Zins- als auch Inflationsänderungsrisiko. Nach der Ausweitung der Risikoaufschläge erachten wir qualitätsorientierte Euro-Unternehmensanleihen als attraktiv.

WÄHRUNGEN

Der USD konnte sich gegenüber dem Euro in den vergangenen zwei Wochen von ca. 1,13 auf knapp über 1,08 verfestigen. Diese Entwicklung ist einerseits dem nach wie vor vorhandenen Status des USD als Krisenfluchtwährung und andererseits der Tatsache geschuldet, dass der Markt begonnen hatte Zinserhöhungen seitens der EZB auszupreisen. Schon kurz vor, und insbesondere nach, der EZB-Sitzung am Donnerstag konnte sich der Euro dann wieder bis 1,11 befestigen, gab aber dann sukzessive wieder auf 1,10 nach. Der Enthusiasmus, der den Devisenmarkt zu Lasten des USD in den letzten Handelstagen beflügelt hat, hat allmählich nachgelassen, vor allem weil die Verhandlungen über eine diplomatische Lösung des Konflikts in der Ukraine keinen wesentlichen Durchbruch gebracht haben.

FAZIT WÄHRUNGEN

Das kurzfristige Bild am Devisenmarkt wird weiterhin von Nervosität und Volatilität geprägt sein. Das UniCredit Research hat seine EUR-USD-Prognose revidiert und erwartet nun Abwärtspotenzial bis auf 1,07 im zweiten Quartal 2022. Diese Änderung spiegelt die geopolitische Unsicherheit und eine flexiblere EZB in Bezug auf die Zinssätze im Vergleich zu einer noch strafferen Fed bei der Normalisierung der Politik, also eine Ausweitung des Zinsdifferentials, in diesem Jahr wider. Dies bestätigt unsere prominente Gewichtung von Fremdwährungsanleihen in der Vermögensverwaltung, die nach dem hervorragenden letzten Jahr auch heuer wieder einen positiven Ergebnisbeitrag liefern konnte. Bei Emerging Markets Anleihen in lokalen Währungen gehen wir von einer Bodenbildung und positiver Entwicklung von den jetzigen Niveaus weg aus.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

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Stand: 11.03.2022

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