Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 25. März 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 25.03.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Unternehmensgewinne erholen sich ebenso rasch wie die Gesamtwirtschaft. Die Aktienmärkte in den USA und Europa sind auf neue Höchststände geklettert. Die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten unterstützen den Aufschwung. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her. Die regulatorischen Eingriffe schrecken die internationalen Anleger ab. Doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt. Wir haben im April 2021 die Aktienquote auf das untere Ende der „Übergewichteten“ Bandbreite rebalanciert. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese vorsichtig optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Aktien hatten in diesem Jahr angesichts der steigenden Inflation, gemischter Wirtschaftssignale, des Krieges in der Ukraine und der anhaltenden Störungen durch die Pandemie Probleme. Der S&P 500 ist seit Jahresbeginn um etwa 6 % gefallen, während sich der Nasdaq mit einem Minus von etwa 11 % in seiner längsten Baisse seit 2008 befindet. Die Aktien bleiben aufgrund des Krieges Russlands mit der Ukraine und des potenziellen zusätzlichen Drucks auf die Lieferketten volatil.



Der Ölpreis, welcher immer noch über 100 $ pro Barrel liegt, hat die Befürchtungen verstärkt, dass die Verbraucher höhere Preise für Energie und sogar Produkte wie Plastikfolie oder Rasendünger sehen könnten. Die US-Notenbank hat eine Reihe zusätzlicher Zinserhöhungen geplant, um die Inflation in diesem Jahr zu begrenzen.



Die europäischen Aktienindizes haben die seit der Entsendung russischer Truppen in die Ukraine erlittenen Verluste weitgehend wieder wettgemacht. Das bedeutet nicht unbedingt, dass Händler optimistisch sind. Da die Europäische Union zu rund 40 % ihres Gaskonsums von Russland abhängig ist, haben viele Investoren entschieden, dass das Potenzial für eine steigende Inflation, neue Lieferkettenprobleme und sogar eine Rezession ein erhebliches Risiko darstellt.



Anleger hatten erwartet, dass Europa im Jahr 2022 nach zwei Jahren der US-Dominanz an den globalen Aktienmärkten nun zu den Gewinnern zählen würde. Im Vergleich zu den USA, wo die Indizes von Technologiegiganten getrieben werden, werden die europäischen Märkte stärker von Energieunternehmen und Bankaktien dominiert, die sich bei steigender Inflation gut entwickeln sollten. Der Krieg hat diese Wetten zunichte gemacht. Investoren haben in den drei Wochen zwischen der russischen Invasion und dem 16. März 23,4 Milliarden US-Dollar aus westeuropäischen aktienorientierten Investmentfonds und börsengehandelten Fonds abgezogen, wie Daten des Fund-Flow-Trackers EPFR zeigen. Das ist mehr als doppelt so viel wie die Abflüsse, die in den ersten drei Wochen des pandemischen Ausverkaufs Anfang 2020 zu verzeichnen waren. Die Anleger steckten im selben Zeitraum 40,5 Milliarden US-Dollar in US-Aktienfonds, wie ebenfalls aus EPFR-Daten ersichtlich ist.



Eine starke US-Wirtschaft mit niedriger Arbeitslosigkeit, steigenden Löhnen, dem stärksten Realwachstum seit vielen Jahren und einer Fed, die begonnen hat, die Zinsen zu erhöhen, macht es wahrscheinlich, dass eine Rotation hin zu Value-Aktien und weg von den Wachstumsaktien, die den Markt in der Vergangenheit angeführt haben, begonnen hat. Aktien bleiben also auch weiterhin die beste Alternative in der Veranlagung.

FAZIT AKTIEN

Insgesamt haben wir Grund zu der Annahme, dass sich geopolitische Probleme nur kurzfristig auf die Aktienmärkte auswirken werden und sich langfristig die Fundamentaldaten der Unternehmen durchsetzen dürften. Durch den jüngsten Kursrückgang und die im Jänner vorgenommene Aktienreduktion ist die Aktienquote nun am unteren Ende der "Übergewichteten" Ausrichtung und eher schon "Neutral". Wir denken, dass es derzeit kein opportuner Zeitpunkt ist, größere Umschichtungen in Aktienportfolios vorzunehmen und belassen die Ausrichtung unverändert.

ANLEIHEN

Der Krieg in der Ukraine belastet fast alle Segmente des globalen Anleiheuniversums. Im Gegensatz zu vergangenen Krisen fungieren Staatsanleihen höchster Ratingklassen nicht als "sichere Häfen". Im Gegenteil, die 5-jährigen Renditen deutscher Staatsanleihen sind mittlerweile positiv und auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen. Der Grund sind die erhöhte Inflationserwartungen, die durch Kriegsfolgen noch einen weiteren Schub erhalten haben. Die Hoffnung, dass die Preisanstiege nur transitorisch sind, haben inzwischen auch die Notenbanken aufgegeben und zum ersten Mal seit langem steht die Inflationsbekämpfung im Fokus der Geldpolitik.



Positiv zu erwähnen sind die Peripheriespreads, die weniger stark reagieren wie in früheren Krisen. Der Grund liegt in einem zunehmenden Bewusstsein, dass die fiskalische Notwendigkeit der Krisenbekämpfung wohl nur als gesamteuropäische Anstrengung gelingen kann. Erwartet werden politische Vorstöße in Richtung gemeinschaftlich finanzierter Investitionen. Fiskalisch schwächere Länder könnten hier überproportional profitieren.

FAZIT ANLEIHEN

Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, wo wir bei den Staatsanleihen eine kürzere Duration-Positionierung als in der Benchmark umsetzen. Bei inflationsgeschützten Anleihen bleiben wir übergewichtet, haben aber auch hier die Durationrisiken deutlich verringert. Die Spreads vieler Unternehmensanleihen haben sich im Zuge des vorherrschenden Krisenmodus ausgeweitet. Unser strenger Qualitätsansatz hilft uns die Verluste einzugrenzen. Bei Peripherieanleihen sehen wir trotz der nachlassenden EZB-Anleihenkäufe aus den genannten Gründen ein positives Chance/Risiko Verhältnis.

WÄHRUNGEN

Die US-Notenbank hat in der vergangenen Woche erwartungsgemäß die Zinswende vollzogen und den Leitzins erstmalig seit 2018 um 0,25% erhöht. Mit den Zentralbankerwartungen ist auch der Renditevorteil der USA - vor allem in realer Betrachtung - in den letzten Wochen größer geworden. Zusammen mit den geringeren wirtschaftlichen Auswirkungen der Ukraine-Krise konnte der US-Dollar seit Anfang Februar gegenüber der Gemeinschaftswährung deutlich aufwerten. In den letzten beiden Wochen wurde dieser Trend jedoch gestoppt - mittlerweile dürften die Marktteilnehmer die Faktenlage eingepreist haben. Auch andere globale Währungen konnten den Euro deutlich überflügeln. Vor allem die rohstoffsensitiven Währungen zählen im aktuellen Umfeld zu den großen Gewinnern.

FAZIT WÄHRUNGEN

Im Gegensatz zu vielen Indizes mit globalen Anleihen weist die Schoellerbank Fremdwährungsstrategie seit Jahresbeginn eine positive Performance auf. Die hohe Gewichtung von Rohstoffwährungen ermöglich diese deutliche Outperformance. Die höchste Gewichtung nimmt weiterhin der USD mit knapp 37% vor dem Japanischen Yen mit 17,2% ein. Rohstoffwährungen (Kanadischer Dollar, Neuseeländischer- und Australischer Dollar, Norwegische Krone) bilden mit 33% einen prominent gewichteten Block.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

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Stand: 25.03.2022

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