Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 22. April 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 22.04.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Unternehmensgewinne erholen sich ebenso rasch wie die Gesamtwirtschaft. Die Aktienmärkte in den USA und Europa sind auf neue Höchststände geklettert. Die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten unterstützen den Aufschwung. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her. Die regulatorischen Eingriffe schrecken die internationalen Anleger ab. Doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt. Wir haben im April 2021 die Aktienquote auf das untere Ende der „Übergewichteten“ Bandbreite rebalanciert. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese vorsichtig optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Aktienkurse fielen, die Ölpreise gingen letzte Woche zurück und chinesische Aktien erlitten den schlimmsten Ausverkauf seit mehr als zwei Jahren, da Peking an seiner Null-Covid-Strategie festhält. Investoren befürchten, dass die strenge chinesische Politik die globalen Lieferketten weiter stören wird. Fortgesetzte Unterbrechungen der Produktion und des Warenverkehrs seit Beginn der Pandemie haben dazu beigetragen, dass die US-Inflation ein Vier-Jahrzehnt-Hoch erreicht hat. Neue Lockdowns in China und Russlands Krieg gegen die Ukraine dürften zu Preissteigerungen beitragen. Die letzte Gewinnberichte zeigen jedoch, dass die Unternehmensgewinne trotz Inflation halten. Analysten gehen davon aus, dass die Gewinne großer US-Unternehmen trotz steigender Kosten steigen werden.



US-Banken meldeten zweistellige Gewinnrückgänge im ersten Quartal. Alle (JPM, Citi, WFC, GS) mit Ausnahme der Bank of America meldeten niedrigere Einnahmen. Russlands Invasion in der Ukraine belastete die Erholung nach der Pandemie. Trotz Berichten über geringere Gewinne gab es Anzeichen dafür, dass Verbraucher und Unternehmen finanziell gesund bleiben. Die Kreditvergabe nahm bei vielen Banken zu, und höhere Zinssätze machten diese Kredite rentabler. Bank of America, JPMorgan und Citigroup sagten, dass ihre Kartenkunden mehr für Reisen und Unterhaltung ausgeben, was für einen gewissen Optimismus in Bezug auf die Gesamtwirtschaft sorgt. Steigende Zinsen haben die Hypothekenvergabe branchenweit nach unten gedrückt, einschließlich eines Rückgangs von 37 % bei JPMorgan und eines Rückgangs von 27 % bei Wells Fargo. Die Erträge aus dem Investmentbanking begannen sich zu verlangsamen. Die Erträge aus dem Investmentbanking gingen im ersten Quartal bei Citigroup um 43 %, bei Morgan Stanley um 37 % und bei Goldman um 36 % zurück. Dies wurde hauptsächlich durch die geopolitischen Ereignisse beeinflusst, da die Unternehmen abwarten, bis sich die Situation klarer herausstellt.



Die größten europäischen Luxuseinzelhändler zeigen keine Anzeichen einer Verlangsamung. Hermes, LVMH und Kering steigerten alle ihren Umsatz um mindestens 20 %. In Europa sagte Kering, die Nachfrage sei wieder auf dem Niveau vor der Pandemie. Die Inflation verlangsamt die Ausgaben nicht, auch wenn Luxusmarken die Preise stärker erhöhen als die meisten Unternehmen. LVMH sah keine Änderung des Kaufverhaltens, nachdem es Anfang dieses Jahres einige seiner Louis Vuitton Handtaschen um 20 % nach oben markiert hatte. Pandemiebeschränkungen in China bedeuten, dass das zweite Quartal für Luxusmarken, die einen erheblichen Teil des Umsatzes in diesem wichtigen Markt erzielen, wahrscheinlich schwieriger werden wird. Aber es sollte ein vorübergehender Ausreißer für die stärkeren Labels sein.



Reisen: Die Ergebnisse des ersten Quartals von Reiseunternehmen und American Express zeigen, dass die Verbraucherausgaben vorerst noch in Schwung sind. Es scheint, dass steigende Löhne und Ersparnisse es den Amerikanern ermöglicht haben, für die Reisen Geld auszugeben. Trotz steigender Ticketpreise erwarten immer mehr Fluggesellschaften eine stärkere Nachfrage und eine Rückkehr in die Gewinnzone. Ein rascher Anstieg der Treibstoffpreise drohte die Dynamik der Fluggesellschaften zu verlangsamen, aber die Fluggesellschaften sagten, sie seien weitgehend in der Lage, die höheren Kosten durch Preiserhöhungen auszugleichen. US-Hotels sind im Durchschnitt weitaus weniger profitabel als vor der Pandemie, und Geschäftsreisen befinden sich noch immer im Erholungsmodus.



Amerikanische Energieversorger berichten von ihren größten Ausgabenplänen seit Jahrzehnten, um veraltete Netze aufzurüsten, sich auf Elektrofahrzeuge vorzubereiten, Kunden zu elektrifizieren und den Übergang zu erneuerbaren Energien zu vollziehen. Die Pläne schlagen vor, in den kommenden Jahren zig Milliarden Dollar auszugeben, um die CO2-Emissionen zu reduzieren, teilweise als Reaktion auf staatliche und föderale Mandate, und um alternde Infrastruktur zu ersetzen, die anfälliger für Ausfälle geworden ist.

FAZIT AKTIEN

Insgesamt sehen wir gemischte Botschaften innerhalb des Marktes. Auf der negativen Seite können wir steigende Inflation, anhaltende Lieferketten und geopolitische Probleme sehen. Auf der anderen Seite haben die meisten Unternehmen im ersten Quartal gute Ergebnisse gemeldet. Unternehmen und Verbraucher haben saubere Bilanzen. Wiedereröffnung erhöhter Reiseausgaben. Wir haben unser Risiko reduziert und halten es in Richtung einer "Neutralen" Position. Die Reduzierung wirkte sich auf europäische Aktien und Positionen in Schwellenländern aus. Wir erwarten, dass die aktuelle Berichtssaison weitere Details zur zugrunde liegenden wirtschaftlichen Situation liefert und bei der Entscheidung über die zukünftige strategische Portfoliogewichtung helfen wird.

ANLEIHEN

Der Anstieg der Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihe seit Jahresbeginn hat mittlerweile die 100 Basispunkte überschritten, Bunds rentieren aktuell bei 0,94 %. Für einen Investor, der in diese Anleihe investiert hat, bedeutet dies einen Rückgang von nahezu 10 %. Der letzte derartige Anstieg der Renditen erfolgte im Zeitraum von August 2010 bis März 2011, insgesamt stiegen damals die Renditen um 111 Basispunkte. Der Grund für den starken Anstieg war jedoch ein ganz ein anderer: Damals war durch die Finanzmarktkrise der Euro in seinem Bestand gefährdet und es mussten mehrere Rettungspakete für hoch verschuldete Euro Staaten geknüpft werden, um den Weiterbestand des Euros nicht zu gefährden. Die Renditeanstiege hatten also Kreditsorgen als Ursache. Dieses Mal ist es die Inflation, die die Renditen weiter ansteigen lässt.



Die Signale der amerikanischen Notenbank sind sehr eindeutig. Bei der Donnerstagabend stattgefundenen Podiumsdiskussion des Internationalen Währungsfonds stellte US-Zentralbank Chef Jerome Powell klar, dass es angesichts der hohen Inflation gerechtfertigt sei, ein wenig schneller an der Zinsschraube zu drehen und daher bei der nächsten Zinssitzung Anfang Mai eine Erhöhung um 50 Basispunkte eine realistische Option sei. Der Markt hat diese Erhöhung bereits eingepreist, aber nicht nur diese: auch Mitte Juni bzw. Ende Juli geht der Markt von einer Erhöhung der Leitzinsen von je 50 Basispunkten aus. Bis Anfang Februar 2023 wird den Geldmärkten zur Folge der Leitzins auf 3 % angehoben. Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, war bei der Podiumsdiskussion ebenfalls anwesend, vermied es jedoch Einschätzungen zum Leitzinsausblick zu geben. Am Nachmittag davor hatten sich bereits vier EZB Vertreter für eine erste Leitzinsanhebung im Juli ausgesprochen.



Die Risikoaufschläge von italienischen Anleihen haben sich in den letzten zwei Wochen nach leichten Rückgängen wieder ausgeweitet und liegen im 10-jährigen Bereich bei 169 Basispunkten über der deutschen Benchmarkanleihe - genau der Stand wie vor zwei Wochen. Spanische Anleihen derselben Laufzeit haben aktuell einen Aufschlag von 96,2 Basispunkten.



Die Aufschläge von Unternehmensanleihen sind ebenfalls ein wenig angestiegen. Bei Unternehmensanleihen guter Bonitäten erhöhte sich der Risikoaufschlag um 5 Basispunkte, bei Euro High Yield Anleihen um 11 Basispunkte.

FAZIT ANLEIHEN

Die Dynamik steigender Renditen hält weiter an. Die Kombination von steigenden Inflationszahlen und falkenhafteren Meldungen der Notenbanken verstärkt diese Entwicklung. Solange die Konjunkturzahlen keine stärkere Eintrübung anzeigen bzw. die Unternehmenszahlen gut bleiben, wird diese Entwicklung vorerst anhalten. Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, wo wir bei den Staatsanleihen eine kürzere Laufzeitenpositionierung als in der Benchmark umsetzen. Wir sind weiterhin in inflationsgeschützten Anleihen übergewichtet und sehen nach den jüngsten Spreadausweitungen wieder mehr Potential bei den qualitätsorientierten Euro Unternehmensanleihen, weswegen wir die Assetklasse auch jüngst aufgestockt haben.

WÄHRUNGEN

Die Erwartungen schnellerer und höherer Leitzinsanhebungen seitens der Europäischen Zentralbank wirken unterstützend auf den Euro, daher konnte dieser in den letzten zwei Wochen zulegen. Von den G10-Währungen war nur der USD (+0,52 %) und die SEK (+0,09 %) stärker nachgefragt als der Euro.



Die seit Anfang März anhaltende Schwäche des JPY gegenüber dem Euro (-9,52 %) hat sich auch in den letzten zwei Wochen weiter fortgesetzt. Der Hauptgrund ist relativ einfach erklärt: in Japan ist die Inflation weiterhin unter dem Ziel der Bank of Japan in Höhe von 2 %, Zinserhöhungen sind daher kein Thema. Im Gegensatz zu den USA und der Eurozone, wo die Erwartungen des Marktes hinsichtlich Zinserhöhungen täglich steigen. Allein aus dieser Zinsdifferenz-Betrachtung erscheint der japanische Yen weniger attraktiv, diese Einschätzung sollte sich auch vorerst nicht ändern.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Erwartungen des Marktes hinsichtlich Zinserhöhungen sind in den USA und in der Eurozone hoch, dies stärkt momentan beide Währungen. Inwieweit diese auch erfüllt werden, steht auf einem anderen Stern. Diese Woche hat wieder gezeigt, dass es die FED damit ernst meint (Aussagen Jerome Powell), in der Eurozone wird noch nach der richtigen Strategie gesucht. Die Konjunkturdynamik ist in der Eurozone nicht so stark wie in den USA und ein zu starkes Ansteigen der Refinanzierungsbedingungen könnte den Euro mittelfristig belasten. Fremdwährungsbeimischung bleibt also in unserer Strategie ein wichtiger Baustein.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 22.04.2022

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