Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 6. Mai 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 06.05.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig.
Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienNeutralDer wirtschaftliche Aufschwung ist intakt und die Unternehmensgewinne steigen auf neue Höchstwerte. Die Politik der Notenbanken trägt der deutlich gestiegenen Inflation Rechnung, wird dem Aufschwung aber nur unwesentlich Bremsen. Die Ukraine-Krise erhöht die Verunsicherung der Marktteilnehmer, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind für den Westen bislang nicht so gravierend, dass eine Rezession zu befürchten wäre. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her, doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt.
Die Aktienquote ist „Neutral“. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Am Donnerstag verzeichneten die Märkte den größten Einbruch seit den frühen Tagen der Pandemie. Die Anleger bewerteten die Zinsaussichten neu und drückten die Aktien nach unten. Die Fed reduziert die Liquidität an den Märkten, und das erhöht die Volatilität, die so lange erhöht bleiben könnte, bis die Fed die Inflation unter Kontrolle hat und die Geldpolitik ändert.

Die Unternehmen befinden sich in der Berichtssaison. Die Gewinne stützen den Markt bis zu einem gewissen Grad. Etwa 80 % der Unternehmen im S&P 500, die bisher berichtet haben, haben die Schätzungen der Ana-lysten übertroffen. Darüber hinaus ist das Gewinnwachstum ähnlich wie im historischen Durchschnitt. Jedoch drücken mehrere Risiken die Preise nach unten: Inflation, Wirtschaftswachstum, Geopolitik, Covid-Situation in China.

Der Chip-Mangel wird länger als erwartet andauern. Was als Anomalie der Pandemiezeit mit einer erhöhten Nachfrage nach Laptops und anderen Geräten begann, hat sich zu einem strukturellen Problem für die Branche entwickelt. Unternehmen haben Mühe, genügend Produktionsanlagen zu kaufen und die Produktion anzukurbeln, um die Nachfrage zu befriedigen. Früher sagte Intel, dass der Chip-Mangel bis 2023 andauern wird, und erwähnte nun, dass er bis 2024 andauern könnte. Zusätzlich zu den Werkzeugen gibt es Herausforderungen bei der Einstellung von Mitarbeitern für die Arbeit in neuen Fabriken, Lieferkettenproblemen bei wichtigen Chemikalien und dem Mangel an Subtraktionen. Chip-Manager sagen, dass langfristige Marktverschiebungen wie die Umstellung auf Elektrofahrzeuge, die zunehmende industrielle Automatisierung und die Allgegenwärtigkeit intelligenter Geräte die Fabriken beschäftigt halten und die Chipknappheit verlängern.

Anhaltende Nachfrage nach Cloud-Computing-Software und -Diensten. Microsoft, Google und Amazon meldeten ein Umsatzwachstum in ihrem Cloud-Computing-Geschäft. Das Unternehmen "SAP", das sich in unserem Portfolio befindet, berichtete auch über eine anhaltende Nachfragesteigerung durch das Cloud-Computing.

Störung der Online-Werbung. Steigende Inflation, Unterbrechungen der Lieferkette, der Krieg Russlands gegen die Ukraine und andere Faktoren haben die Wirtschaftsaussichten und den Appetit der Unternehmen, Geld für Anzeigen auszugeben, belastet, wie aus Berichten von Google und Facebook hervorgeht.

Anhaltend gute Stimmung in Bezug auf Reise- und Dienstleistungsausgaben. Google meldete eine erhöhte Suchanzahl für reisebezogene Suchanfragen. Visa meldete erhöhte Kundenausgaben.

Die Mehrheit der Industrieunternehmen in Europa in unserem Portfolio meldet einen Auftragszuwachs, jedoch üben Lieferkettenprobleme und Inflation Druck auf die Margen und den freien Cashflow aus. Infolgedessen gerieten die Aktienkurse unter Druck.

Konsumgüterunternehmen wie Nestle, P&G, Unilever und L`Oreal meldeten ein starkes Umsatzwachstum, was auf eine gesunde Verbrauchernachfrage hinweist. Für die meisten von ihnen war die Umsatzsteigerung eine Mischung aus Volumen- und Preissteigerung. Trotz des starken ersten Quartals äußerten viele der Unternehmen Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verlangsamung der Wirtschaft und der begrenzten Möglichkeiten, die Preise weiter zu erhöhen. Probleme in den Lieferketten und insbesondere der Krieg in der Ukraine wirkten sich auf den Anstieg der Lebensmittelrohstoffpreise aus. Das wird die Rentabilitätsmargen der Lebensmittelhersteller weiter unter Druck setzen.

FAZIT AKTIEN

Insgesamt sehen wir eine starke Gewinnsaison, jedoch wurden die Aktienkurse aufgrund mehrerer Risiken unter Druck gesetzt. Die Reise- und Freizeitbranche kehrt mit mehr Suchanfragen nach Reisen, stärkeren Flugbuchungen und Kreditkartenausgaben auf das Niveau vor der Pandemie zurück. Andere positive Branchen, die wir auf dem Markt bemerkt haben, sind "Cloud"-bezogene Dienstleistungen und die Chipherstellungsindustrie. Die Mehrheit der Industrieunternehmen wurde durch Lieferkettenprobleme und Inflation negativ beeinflusst, was ihre Rentabilität nach unten drückte.

In Anbetracht der gegenwärtigen unklaren Situation, in der starke Ertragsberichte mit externen Risiken vermischt sind, behalten wir unsere Position unverändert bei "Neutral" und verfolgen weiterhin den Markt auf der Suche nach Gelegenheiten.

ANLEIHEN

Der Die globalen Rentenmärkte sorgen weiterhin für Aufsehen. 10-jährige US-Staatsanleihen rentieren mittlerweile bei 3 % und auch ihre deutschen Pendants erreichen erstmals seit 2014 die wichtige Marke von 1 %. Im Zuge einer schwächeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung haben sich auch die Kreditrisikoprämien ('Credit Spreads') für Unternehmensanleihen ausgeweitet. Die Kombination aus höheren Renditen und gestie-genen Credit Spreads sorgen erstmals seit langer Zeit für eine optisch attraktive Verzinsung bei Neuengagements. Maßgeblicher Treiber hinter dieser Entwicklung bleiben die Notenbanken. Die US-Notenbank FED erfüllte auf ihrer jüngsten Sitzung die Erwartungen der Marktteilnehmer und erhöhte den Leitzins um 50 BP auf nunmehr 1 %. Für das laufende Jahr sind weitere 8 Zinsschritte eingepreist. Bereits im Jahresverlauf erreicht das Zinsniveau in den USA wahrscheinlich ein "neutrales" Niveau von 2,5 %. Der weitere Zinspfad in den "restriktiven" Bereich wird dann von den Wachstumsaussichten und dem weiteren Inflationsausblick abhängen.

In der Eurozone herrscht wesentlich weniger Gewissheit über Tempo und Ausmaß etwaiger Zinsschritte. Die EZB befindet sich in der schwierigen Situation zwischen den gestiegenen Wachstumsrisiken und den ausufernden Inflationszahlen abzuwägen. Obwohl das vorrangige Ziel der EZB die Preisstabilität ist, wird man keinen allzu aggressiven Zinserhöhungszyklus um den Preis einer ausgeprägten Rezession anstreben. Dennoch scheint klar, dass auch die europäischen Währungshüter im Juli oder September erstmalig an der Zinsschraube drehen werden.

FAZIT ANLEIHEN

Wir bestätigen unsere derzeitige Positionierung in Anleihen mit einem qualitätsorientierten Fokus auf kürzere Laufzeiten. Wir bevorzugen im Bereich der Staatsanleihen weiterhin Inflationsgeschützte Papiere vor Nominalanleihen. Die Spreads vieler Unternehmensanleihen haben sich im Zuge des vorherrschenden Krisenmodus ausgeweitet. Bei qualitätsorientierten Unternehmensanleihen sehen wir nach den jüngsten Spreadausweitungen wieder mehr Potenzial, weswegen wir die Assetklasse auch kürzlich aufgestockt haben.

WÄHRUNGEN

Marktteilnehmer zeigen sich erleichtert, dass in den USA extrem aggressive Zinsschritte von 75 BP erstmals vom Tisch sind. Nach der Rallye der vergangenen Wochen hat der US-Dollar daraufhin eine Verschnaufpause eingelegt und etwas an Boden verloren. Von einer Trendwende kann jedoch angesichts des ambitionierten US-Zinserhöhungszyklus nicht die Rede sein. Im Gegenteil: während sich viele Notenbanken in Europa (England, Tschechien, Polen, Schweden, Norwegen) mitten in der geldpolitischen Wende befinden, diskutiert die EZB noch den Zeitpunkt des ersten Zinsschrittes. Im April hat sich die Dollarstärke mit einer Aufwertung von über 5 % gegenüber dem Euro noch einmal beschleunigt. Die falkenhafteren Äußerungen vieler Fed-Mitglieder und die steigende Zinsdifferenz bei den Realrenditen waren die zentralen Treiber. Zusätzlich belastet die unsichere Entwicklung in der Ukraine die Gemeinschaftswährung. Die Dynamik sollte sich nun deutlich abschwächen, da das Sentiment für den Euro bereits sehr negativ ist und die Zinserhöhungen in den USA weitgehend eingepreist sind.

FAZIT WÄHRUNGEN

Im laufenden Jahr zeigt sich wieder deutlich der Mehrwert einer relativ unkorrelierten Beimischung von Fremdwährungsanleihen. Im Gegensatz zu vielen Indices mit globalen Anleihen weist die Schoellerbank Fremdwährungsstrategie seit Jahresbeginn mit +0,5 % eine positive Performance auf. Die hohe Gewichtung von Rohstoffwährungen ermöglich diese deutliche Outperformance. Die höchste Gewichtung nimmt weiterhin der US Dollar mit gut 37 % vor dem Japanischen Yen mit knapp 18 % ein. Rohstoffwährungen (Kanadischer Dollar, Neuseeländischer- und Australischer Dollar, Norwegische Krone) bilden mit 32,4 % einen prominent gewichteten Block.


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Stand: 06.05.2022

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