Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 20. Mai 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 20.05.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig.
Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienNeutralDer wirtschaftliche Aufschwung ist intakt und die Unternehmensgewinne steigen auf neue Höchstwerte. Die Politik der Notenbanken trägt der deutlich gestiegenen Inflation Rechnung, wird dem Aufschwung aber nur unwesentlich Bremsen. Die Ukraine-Krise erhöht die Verunsicherung der Marktteilnehmer, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind für den Westen bislang nicht so gravierend, dass eine Rezession zu befürchten wäre. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her, doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt.
Die Aktienquote ist „Neutral“. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Aktien stehen derzeit unter Druck. Die FED befindet sich noch in der Anfangsphase ihrer Zinserhöhungskampagne, was bedeutet, dass sich die finanziellen Bedingungen im kommenden Monat weiter verschärfen und Aktien stärker unter Druck kommen könnten.

Investoren sehen sich gleichzeitig mitmehreren Risiken konfrontiert: Russland-Ukraine-Krieg, Federal-Reserve-Politik, Inflation, Chinas Wirtschaftsabschwung, Lieferkettenprobleme. Einige Marktteilnehmer befürchten, dass die US-Notenbank die Risiken einer steigenden Inflation zu spät erkannt hat und die Wirtschaft mit aggressiven Gegenmaßnahmen in eine Rezession stürzen könnte. Laut Untersuchungen der Federal Reserve Bank of St. Louis sind die USA seit den 1980er Jahren in vier der sechs Fälle, in denen die Fed Zinserhöhungskampagnen startete, in eine Rezession gerutscht.

Die Nachfrage nach Reisen, nach Unterhaltung, um aus dem Haus zu kommen, ist derzeit hoch. Im April geben die Verbraucher (USA) mehr in Bars und Restaurants, für Fahrzeuge, Möbel, Kleidung und Elektronik aus. Die Ausgaben in Lebensmittelgeschäften, für Heimwerkerbedarf und Sportartikel gingen dagegen zurück.

Es gibt Anzeichen dafür, dass sich die Inflation auf Einzelhandelsunternehmen auswirkt. Walmart Inc. sagte, dass der Umsatz im letzten Quartal gestiegen sei, während höhere Produkt-, Lieferketten- und Personalkosten die Gewinne schmälerten.

Die US-Verkäufe von Säuglingsnahrung von Reckitt Benckiser Group und Nestle steigen, nachdem der Marktführer Abbott seine Produkte aufgrund von Sicherheitsbedenken zurückgerufen hat. Es scheint ein idealer Zeitpunkt für Reckitt zu sein, um einen schwachen Geschäftsbereich zu stärken.

China: Verbraucherausgaben, Fabrikproduktion, Infrastrukturinvestitionen gingen im April zurück. Der am stärksten betroffenen Sektor der chinesischen Wirtschaft waren die Konsumausgaben. Die Einzelhandelsumsätze gingen im April gegenüber dem Vorjahr um 11,1% zurück, der zweite monatliche Rückgang in Folge und der größte Rückgang seit März 2020.

Laut Morningstar-Daten beliefen sich die Nettozuflüsse in defensive ETFs aus den Sektoren Basiskonsumgüter, Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen und Immobilien sowie Edelmetalle, Staatsanleihen und Rohstoffe dieses Jahr auf insgesamt 50 Milliarden US-Dollar. Diese Summe hat bereits die 42 Milliarden US-Dollar an Zuflüssen der Gruppe für das gesamte Jahr 2021 übertroffen und ist auf dem besten Weg, auch die Gesamtsumme von 75 Milliarden US-Dollar aus dem Jahr 2020 zu übertreffen. Es könnte darauf hindeuten, dass Investoren Sicherheit suchen. Die Sektoren Grundnahrungsmittel, Gesundheitswesen, Versorgungsunternehmen und Immobilien gelten als sicherheitsorientierte Veranlagungen, da die Verbraucher in der Regel für Lebensmittel, Krankenhausrechnungen, Strom und Miete bezahlen, wogegen nicht unbedingt notwendige Ausgaben verschoben werden..

FAZIT AKTIEN

Das Jahr 2022 startete mit Abschlägen, und mit einer weiteren erwarteten Straffung durch die FED könnte weiterer Druck auf die Aktien ausgeübt werden. Meistens rutschten die USA in eine Rezession, nachdem die FED Zinserhöhungskampagnen startete. Wir denken, dass einige der Aktien eine attraktive Bewertung aufweisen, aber es ist immer noch schwer vorherzusagen, wann der Markt wieder zum Wachstum zurückkehren wird. Unsere Aktienausrichtung belassen wir unverändert auf "Neutral" und fokussieren uns in der Aktienauswahl auf Unternehmen mit Wettbewerbsvorteilen, die die höheren Input-Kosten weitergeben können.

ANLEIHEN

Der Anstieg der Staatsanleiherenditen ist vorläufig zum Stillstand gekommen, allerdings bleibt die Schwankungsbreite weiterhin hoch. 10-jährige US-Treasuries haben sich, nach dem Höchststand bei 3,20% Rendite vor zwei Wochen mittlerweile zwischen 2,80% und 3% eingependelt. Ähnlich verhalten sich die 10-jährigen deutschen Bundesanleihen mit einer Bandbreite von 0,85% bis 1,05% nach Höchstständen bei knapp 1,20%. Die eingepreisten Inflationserwartungen gingen dabei ebenfalls leicht zurück und liegen im 10-järhrigen Bereich aktuell bei 2,40% (Europa) bzw. 2,65% (USA). Dies trotz der Tatsache, dass im Mai die veröffentlichte Inflation mit 8,3% in den USA wiederum über den Erwartungen lag. (Euroraum 7,4%)

Der Markt präsentiert sich sehr anfällig für jegliche Meldung, die die weitere Richtung vorgeben könnte. So sind diese Woche nach der Veröffentlichung der amerikanischen Einzelhandelsumsätze die Anleihekurse gestiegen, da die Anleger im Zuge des Rückgangs der Aktienkurse einen sicheren Hafen suchten. Am nächsten Tag ging es dann wieder in die andere Richtung, als zwei bedeutende amerikanische Einzelhändler bekannt gaben, dass die Konsumenten bei nicht lebensnotwendigen Konsumgütern aufgrund der Inflation sehr zurückhaltend agieren und die Gewinnmargen möglicherweise unter Druck kommen. (Was wir aktuell auf breiter Front nicht erwarten!). Dies befeuerte wiederum Befürchtungen einer potenziellen Rezession. Hier ist jedoch der Marktkonsens, dass es in den USA zu keiner solchen kommen wird.

Im Zuge der Befürchtungen ob einer drohenden Rezession stiegen in den vergangenen zwei Wochen auch die Risikoaufschläge der Unternehmensanleihen guter Bonitäten um ca. 0,15% an. Im Gegensatz dazu konnten Schwellenländeranleihen in Lokalwährung leicht profitieren, da die Renditen hier ebenfalls zurückgingen und sich die Währungen gegenüber dem USD festigen konnten.

FAZIT ANLEIHEN

Der Anstieg der Renditen hat sich vorläufig eingebremst. Mittelfristig gehen wir aber von weiter leicht fallenden Anleihekursen im Euroraum aus. Weiterhin bestimmend für die weitere Entwicklung ist einerseits die Inflation und andererseits die Frage wie stark der Wirtschaftseinbruch ausfallen und wie die Zentralbanken darauf mit ihrer Zinspolitik reagieren. Daher bleiben wir im Anleihebereich weiterhin untergewichtet und setzen darüber hinaus bei den Staatsanleihen eine kürzere Duration Positionierung als in der Benchmark um. Wir sind weiterhin in inflationsgeschützten Anleihen kurzer bis mittlerer Restlaufzeit übergewichtet und sehen nach der jüngsten Ausweitung der Risikoaufschläge Potential bei den qualitätsorientierten Euro Unternehmensanleihen. In kurzen bis mittleren Restlaufzeit bieten Renditen von 2,00% bis 2,50% auf mittelfristige Sicht interessante Einstiegsniveaus. Selbst wenn die Renditen weiter nach oben gehen sollten, besteht durch das Zinseinkommen ein komfortabler Puffer gegen potenzielle Kursverluste. Schwellenländeranleihen in Lokalwährung bleiben eine wichtige Beimischung im Portfolio.

WÄHRUNGEN

Im Devisenhandel belasten die fallenden US-Aktien den US Dollar eher, als dass sie seinen Status als sicherer Hafen stärken, da die weltweite Risikoaversion wieder zunimmt. Angesichts des Rückgangs des S&P 500 um mehr als 18% und des Nasdaq um mehr als 27% seit Jahresanfang könnten sich die Anleger fragen, ob die Intensität des Rückgangs das Tempo der künftigen Straffung durch die Fed in Frage stellen könnte. Der US Dollar hat sich auf breiter Front abgeschwächt, was sich in einem Rückgang des Dollar-Index (DXY) unter 103 und einem festen Japanischen Yen zum US Dollar widerspiegelt. Der Euro hat sich auf knapp 1,06 US Dollar pro Euro gefestigt, was durch die (noch) geringen Zinsunterschieden zwischen der Eurozone und dem USD begünstigt wurde.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Faktoren, die den Greenback bisher gestützt haben, sind nicht verschwunden. Der US Dollar erfreut sich nach wie vor hoher Renditen und großer Renditedifferenzen zum Rest der Welt, die Fed behält ihre harte Haltung bei und die geopolitischen Risiken sind noch nicht vorbei. Beim EUR-USD ist eine Erholung auf mindestens 1,0750 erforderlich, um die Anleger davon zu überzeugen, dass es sich lohnt, auf eine Trendwende zu setzen.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 20.05.2022

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