Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 03.Juni 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 03.06.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig.
Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienNeutralDer wirtschaftliche Aufschwung ist intakt und die Unternehmensgewinne steigen auf neue Höchstwerte. Die Politik der Notenbanken trägt der deutlich gestiegenen Inflation Rechnung, wird dem Aufschwung aber nur unwesentlich Bremsen. Die Ukraine-Krise erhöht die Verunsicherung der Marktteilnehmer, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind für den Westen bislang nicht so gravierend, dass eine Rezession zu befürchten wäre. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her, doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt.
Die Aktienquote ist „Neutral“. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

Zu Beginn des Halbjahres wird der Markt immer noch durch dieselben Probleme negativ beeinflusst: Zinserhöhung, Reduzierung der Liquidität durch die Fed, Krieg in der Ukraine, Befürchtungen, dass eine Zinserhöhung die Wirtschaft in eine Rezession treiben könnte, Lieferkettenprobleme. China lockerte die Covid-Sperre und das gab Hoffnung, dass der Druck auf die Lieferkette sinkt. Außerdem wurden wirtschaftliche Unterstützungsmaßnahmen initiiert. Beide Nachrichten wirkten sich positiv auf die asiatische Märkte aus. Bankaktien standen dieses Jahr stark unter Druck, da befürchtet wurde, dass eine Reihe aggressiver Zinserhöhungen der Zentralbanken die Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Der CEO von JP Morgan, Jamie Dimon, betonte hingegen, dass die US-Wirtschaft stark bleibe und die Kreditverluste voraussichtlich bis weit ins Jahr 2023 gering bleiben würden. Auf der anderen Seite sind die Verbraucher durch die hohe Inflation unter Druck. Rückkaufaktivitäten werden dieses Jahr voraussichtlich 1 Billion USD erreichen. S&P-500-Unternehmen, die bisher Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt haben, gaben in diesem Zeitraum 269 Milliarden US-Dollar für Rückkäufe aus - 58 % mehr als im Vorjahr. Die Rückkäufe erreichten in dem im März endenden 12-Monats-Zeitraum einen neuen Höchststand von 972 Milliarden US-Dollar, so S&P Dow Jones Indices, gegenüber 499 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Bestellungen für Arbeitsplatzroboter in den USA stiegen im ersten Quartal im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2021 um 40 % an - ein Rekordwert. Steigende Löhne und der grassierende Arbeitskräftemangel, verstärkt durch die Zunahme von Problemen im Zusammenhang mit Covid-19, ändern die Einstellung einiger Hersteller dazu Robotik. Es sollte sich positiv auf die Mitte auswirken und langfristige Nachfrage nach Produkten von Unternehmen wie ABB. Unilever hat Nelson Peltz in seinen Vorstand aufgenommen. Sein Fonds hält nun einen Anteil von 1,5 %. Während der Amtszeit von Herrn Peltz im Vorstand von P&G hat das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit überarbeitet und im Gegenzug das Umsatzwachstum beschleunigt. Die Aktien von Unilever stiegen nach der Ankündigung um 7 %. Die Anleger hoffen möglicherweise, dass eine Aktivistenkampagne bei dem britischen Unternehmen den Aktienkurs im Stil von P&G anheben wird. Amerikanische Unternehmen wie Microsoft und Salesforce reduzieren ihre Quartalsprognosen aufgrund des erstarkten US Dollars. Ein fester Dollar könnte amerikanischen Unternehmen schaden, die viel exportieren. Erste Signale für einen sich möglicherweise abschwächenden Arbeitsmarkt: Meta Platforms, Twitter, Uber Technologies und Microsoft behaupteten, dass sie die Einstellung neuer Mitarbeiter aufgrund wachsender Unsicherheiten verlangsamen würden.

FAZIT AKTIEN

Wir halten die aktuelle Markt- und Wirtschaftslage für unsicher. Auf der positiven Seite können wir eine Lockerung der Covid-Politik in China und eine starke Verbrauchernachfrage nach Dienstleistungen feststellen. Auf der negativen Seite bestehen viele der Risiken für die Wirtschaft immer noch mit hoher Ungewissheit, ob die Wirtschaft in eine Rezession geraten wird. In Anbetracht dessen ändern wir unsere letzte Position nicht und bleiben "Neutral". In der Zwischenzeit beobachten wir weiterhin qualitativ hochwertige Unternehmen, die zu attraktiven Bewertungen zu haben sind.

ANLEIHEN

Der Anstieg der Renditen in der Eurozone hat sich in den letzten zwei Wochen unvermindert fortgesetzt. Deutsche 10 jährige Staatsanleihen haben Intraday einen neuen diesjährigen Höchststand mit 1,22 % erreicht, dies entspricht einem Anstieg der Rendite um rund 20 Basispunkte. Noch stärker ist in diesem Zeitraum die Rendite von italienischen Staatsanleihen gestiegen, weil sich der Risikoaufschlag um rund 10 Basispunkt ausgeweitet hat. Die Märkte preisen für den kommenden Zinserhöhungszyklus in der Eurozone mittlerweile eine Zielmarke von 1,25 % ein. Der Auslöser des weiteren Anstiegs war die stärker als erwartete Inflation in der Eurozone, die mittlerweile auf Rekordniveau von 8,1 % liegt. Der österreichische Chef der Nationalbank Robert Holzmann, einer der stärksten Falken der EZB, wenn es um die Einschätzung der weiteren Zinspolitik in der Eurozone geht, fordert mittlerweile eine Zinsanhebung von 50 Basispunkten, um der ansteigende Inflation Herr zu werden. Für die nächste Zinssitzung Mitte Juni wird jedoch keine Zinsanhebung erwartet. Zuerst werden laut EZB Präsidentin Lagarde die Anleihekäufe beendet werden. Im Juli ist zumindest von einer Erhöhung von 25 Basispunkten auszugehen und der nächste Schritt von 25 Basispunkten sollte dann im September folgen. Am Mittwoch dieser Woche hat die amerikanische FED mit dem Abbau ihres 8,9 Billionen schweren Asset Portfolio begonnen. Dies heißt aber nicht zugleich, dass die FED Anleihen verkauft. Beginnend ab 1. Juni wird die FED jedes Monat rund 30 Mrd. Treasuries und 17,5 Mrd. an auslaufenden Hypotheken Papieren nicht mehr in Anleihen reinvestieren. Ab September wird die Notenbank das Volumen der ablaufenden Anleihen, die nicht mehr reinvestiert werden, verdoppeln. Nachdem der Abbau der Bilanz bereits klar kommuniziert wurde, war die Auswirkung auf die amerikanischen Renditen neutral.

FAZIT ANLEIHEN

Die Dynamik steigender Renditen hält in der Eurozone weiter an. Die Kombination aus ansteigenden Inflationszahlen und laufenden Meldungen seitens verschiedenster EZB Vertreter, dagegen aggressiver und früher vorzugehen, verstärkt die steigende Tendenz. Solange die Konjunkturzahlen keine stärkere Eintrübung anzeigen, wird diese Entwicklung anhalten. In den USA haben die letzten Zahlen zu den Konsumausgaben, die etwas schlechter ausgefallen waren, die Hoffnung geweckt die FED könnte weniger aggressiv gegen die Inflation vorgehen. Die Renditen in den USA scheinen vorerst ihre Höchststände erreicht zu haben, weil bereits (zu) viele Erhöhungen der Zentralbank vom Markt eingepreist wurden.



Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung im Anleihebereich, nehmen aber auch zur Kenntnis, dass die gefallenen Kurse die Bewertungen der Assetklasse attraktiver gemacht haben. Bei Euro Staatsanleihen bleiben wir vorerst bei unserer Untergewichtung, in US Staatsanleihen sehen wir selektive Kaufmöglichkeiten. Wir sind weiterhin in inflationsgeschützten Anleihen übergewichtet und sehen bei qualitätsorientierten Euro Unternehmensanleihen Potential für Spread-Einengungen. Bei den Schwellenländern in lokaler Währung halten wir an unserer Positionierung fest.

WÄHRUNGEN

Die letzten hohen Inflationsdaten in der Eurozone steigern die Erwartungen höherer Leitzinsanhebungen seitens der Europäischen Zentralbank und dies wirkt unterstützend auf den Euro, weswegen dieser in den letzten zwei Wochen gegenüber dem USD (-1,05 %) weiter zulegen konnte. Der Rückgang der US-Konsumausgaben gegenüber dem Vormonat auf 4,9 % schürte die Wachstumssorgen in den USA, was sich negativ auf den USD auswirkte. Von den G10 Währungen war nur der Japanische Yen (-2,71 %) noch schlechter als der USD. Der Topperformer der letzten 14 Tage war die Norwegische Krone (+1,49 %), dicht gefolgt vom Australischen Dollar (+1,37 %).

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Erwartungen des Marktes hinsichtlich Zinserhöhungen in der Eurozone sind weiter gestiegen. Der Euro konnte davon jedoch nur gegenüber dem USD und dem JPY profitieren. Zinserhöhungen stehen bei vielen Ländern aufgrund der weltweit hohen Inflation an der Tagesordnung, auch die Kanadische Notenbank erhöhte den Leitzins in den letzten Tagen um 50 Basispunkte. Zunehmende Wachstumssorgen drücken auf den US Dollar. Ob sich dieser Trend fortsetzen wird, werden die Wirtschaftsdaten in den nächsten Wochen zeigen.


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Stand: 03.06.2022

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