Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 01.Juli 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 01.07.2022)

Downloads

TypDokumentDatei-Größe
Schoellerbank Markteinschätzung950 KB
AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird etwa zur Hälfte mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen somit deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen haben sich seit dem letzten Jahr erholt, dennoch bieten Inflationsgeschützte Anleihen weiterhin ein gutes Chance-Risiko-Profil. Im Segment Staatsanleihen bilden qualitativ sehr gute Staatsanleihen aus Kerneuropa den Schwerpunkt. Als Beimischung investieren wir in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind „Stark Untergewichtet“. Das Niedrigzinsumfeld erschwert es in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom neutral gewichteten Japanischen Yen. Neben den Leitwährungen setzten wir verstärkt auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit starken Wachstumschancen. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10 % gewichtet.
AktienNeutralDer wirtschaftliche Aufschwung ist intakt und die Unternehmensgewinne steigen auf neue Höchststände. Aber auch die Risiken sind gestiegen. Die Politik der Notenbanken trägt der deutlich gestiegenen Inflation Rechnung und die stark steigenden Zinsen bremsen den Aufschwung zunehmend. Die Ukraine-Krise erhöht auch die Risiken für die europäische Energieversorgung. Asien hinkt den westlichen Märkten hinterher, aber im Hinblick auf die Fundamentaldaten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt.Die Ertragschancen sind am Aktienmarkt immer noch besser als am Rentenmarkt. Aber auch die Risiken haben zugenommen und ein „neutrales“ Aktienengagement bleibt angemessen.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • Geldpolitik. Die Erhöhung der Zinsen aufgrund der Inflation, welche auf einem 40-Jährigen hoch liegt, lässt viele Anleger befürchten, dass die Wirtschaft in eine Rezession schlittern könnte. Die Daten der Einzelhandelsumsätze, der Verbraucherstimmung, dem Wohnungsbau und der Fabrikaktivität haben in letzter Zeit alle eine deutliche Abschwächung gezeigt. Auch wenn Unternehmensgewinne zurzeit stark sind, erwarten Analysten, dass sie in der zweiten Jahreshälfte unter Druck geraten werden. Insgesamt 417 Komponenten des S&P 500 gaben bei ihren Gewinnprognosen an, dass Inflation ein Problem für die Profitabilität ist.
  • Reduzierte Nachfrage nach Computern, Mobiltelefonen und verwandten Halbleitern. Micron Technology, der größte US-Hersteller von Speicherchips, gab eine schwache Prognose für den aktuellen Zeitraum ab. Grund dafür seien Einschränkungen der Konsumentenausgaben für Computer und Mobiltelefone. Als Antwort reduzierte das Unternehmen die Ausgaben für neue Anlagen und Ausrüstungen. Micron meldete Stärke im Bereich der großen Rechenzentren und im Automobilsektor. Microns Vorwarnung vor schwächerer Nachfrage wirkte sich negativ auf die Aktienkurse anderer Firmen in der Halbleiterindustrien aus. Tech-Unternehmen im Bereich PCs - darunter Intel, Nvidia und Microsoft - haben ihre Pläne angepasst und verlangsamen die Einstellung neuer Mitarbeiter. HP und Dell Technologies kämpfen mit verlangsamten Verkäufen ihrer Low-Cost-Laptops, die während der Pandemie boomten.
  • Die Autonachfrage übersteigt immer noch das Angebot. Führungskräfte der Automobilindustrie sehen eine anhaltend starke Verbrauchernachfrage bei Neuwagen, welche immer noch höher ist als das verfügbare Angebot. Anhaltende Lieferketten-Probleme erlaubten es nicht, genügend Autos zu produzieren. Obwohl die Produktion leicht angestiegen ist, werden jetzt erst Neuwagen an Kunden ausgeliefert, welche sie vor einigen Wochen oder gar Monaten bestellt hatten. Wir könnten davon ausgehen, dass die Autoindustrie aufgrund solch niedriger Lagerbestände besser auf den möglichen wirtschaftlichen Abschwung vorbereitet ist als manch andere Industrie.
  • Gemischte Botschaften von Grundnahrungsmittelherstellern. General Mills, und andere Lebensmittelriesen, darunter Campbell Soup und Conagra Brands haben ihre Preise angehoben, was zu den erhöhten Lebensmittelkosten beiträgt. General Mills prognostiziert für das nächste Jahr Kostensteigerungen im zweistelligen Bereich. Wir erwarten erweiterten Druck auf die Rentabilitätsmargen der Grundnahrungsmittelunternehmen.
  • Luxusgüter: Aktuelle Reise- und Großhandelskennzahlen unterstützen die Luxusgüterindustrie. Das Verbrauchervertrauen, und die Vermögensfaktoren verlangsamen sich jedoch. Wir schätzen den Sektor langfristig positiv ein. Das Preisumfeld bleibt stark, mit Preiserhöhungen im mittleren einstelligen Bereich, die seit Jahresbeginn bei den Mitbewerbern auf breiter Basis umgesetzt werden. Wir gehen davon aus, dass Luxusmarken den Inflationsdruck aufgrund starker Preise und einer hohen Bruttomargenstruktur ausgleichen können.
  • Gesundheitswesen: Krankenhäuser nehmen vermehrt Patienten für elektive Operationen auf, sehen sich aber auch einem steigenden Lohndruck ausgesetzt. Aufgrund der steigenden Kosten kämpfen Gesundheitsdienstleister mit Preiserhöhungen für Medizintechnik und Verbrauchsmaterialien.
  • Einzelhandel: Die Verbrauchernachfrage in der EU ist robust. Online-Bekleidungsverkäufe stiegen im Juni um 9 % im Vergleich zum Vorjahr. Mehrere Unternehmen erwarten jedoch ein herausforderndes Marktumfeld.

FAZIT AKTIEN

Anleger konzentrieren sich weiterhin auf die Entwicklung der Inflation. Die Maßnahmen der Zentralbanken zur Reduktion der Liquidität und die steigenden Zinsen könnten eine Rezession verursachen. Anleger sehen auch sonst viele Ungewissheiten, insbesondere bei der europäischen Energieversorgung. Bisher haben die Zentralbanken keine den Markt unterstützende Botschaft verlautbart. In dieser Situation scheint die "Neutrale" Allokation weiterhin angemessen.

ANLEIHEN

  • Die globalen Rentenmärkte befinden sich weiterhin in einer äußerst turbulenten Phase. Tage mit stark steigenden Renditen wechseln sich sehr schnell mit Gegenbewegungen ab. Die Märkte richten ihren Fokus nun immer mehr weg von Inflations- hin zu Rezessionsrisiken. Im Zuge dieser Risk-off Stimmung können in den letzten Tagen auch Staatsanleihen als sichere Häfen punkten. Die Renditen 10-jähriger deutscher Staatsanleihen sind seit ihrem Hoch Mitte Juni um über 50 BP auf nunmehr 1,35 % gefallen. Die EZB hat ihren geldpolitischen Kurs indessen wiederholt bestätigt. Die Zinserhöhungserwartungen bleiben aufgrund der hohen Inflationsraten hoch. Die entschlossene Haltung der EZB und der trübe Konjunkturausblick haben aber auch bei den Inflationserwartungen ihre Spuren hinterlassen. Die höchsten Werte von Anfang Mai liegen deutlich hinter uns - Tendenz fallend.
  • Im Juli wird die geldpolitische Wende in der Eurozone mit einer ersten Zinserhöhung eingeleitet werden, bis Jahresende erwarten Marktteilnehmer ein Leitzinsniveau von 1 %. Auch für Unternehmensanleihen bleibt das Umfeld sehr herausfordernd. Neben einer drastisch abschwächenden QE-Unterstützung belasten vor allem die immer größer Rezessionsrisiken. Die Risikoaufschläge von EUR-Unternehmensanleihen haben sich weiter ausgeweitet und befinden sich auf Jahreshöchstständen.

FAZIT ANLEIHEN

Der Fokus auf Qualität und die moderate Laufzeitengewichtung hilft uns gut durch dieses volatile Umfeld zu kommen. Steigende Rezessionsrisiken, eine sehr restriktive Geldpolitik und bereits fallende Rohstoffpreise geben Veranlassung, dass die Dynamik bei den Inflationserwartungen nachhaltig nachlässt. Wir nehmen dies zum Anlass unsere Quote an Inflationsgeschützten Anleihen leicht zu reduzieren und Gewinne mitzunehmen. Im Gegenzug werden Nominalanleihen aus der Kernzone gekauft. Bei Unternehmensanleihen ist eine Aufstockung für uns zu früh, hier erwarten wir im Jahresverlauf attraktivere Einstiegsniveaus.

WÄHRUNGEN

  • Der starke Aufwärtstrend des US-Dollar gegenüber dem Euro scheint ein Ende gefunden zu haben. Dennoch bleibt der Dollar aufgrund der Inflations-, Konjunktur- und Zinssorgen begünstigt. Auf längere Sicht könnte es der Greenback jedoch schwierig haben, diese Niveaus nahe der Parität zu halten. Eine Rezession in den USA erscheint noch wahrscheinlicher als hierzulande und die FED könnte dann mit Zinssenkungen den USD schwächen.
  • Zur Stärke neigt auch der Schweizer Franken. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat vor zwei Wochen überraschend die Zinsen erhöht. Der Euro ist daraufhin unter die Parität gefallen und markiert damit das niedrigste Niveau seit Jänner 2015. Es bleibt abzuwarten ab welchem Kurs die Währungshüter der SNB eingreifen, denn ein zu starker Franken belastet die Exportwirtschaft der Eidgenossen.

FAZIT WÄHRUNGEN

Im laufenden Jahr zeigt sich wieder deutlich der Mehrwert einer relativ unkorrelierten Beimischung von Fremdwährungsanleihen. Im Gegensatz zu vielen Indices mit globalen Anleihen weist die Schoellerbank Fremdwährungsstrategie seit Jahresbeginn nur eine leicht negative Performance von -1,28 % auf. Die hohe Gewichtung von Rohstoffwährungen ermöglich eine deutliche Outperformance. Die höchste Gewichtung nimmt weiterhin der USD mit gut 37 % vor dem Japanischen Yen mit 17 % ein. Rohstoffwährungen (Kanadischer Dollar, Neuseeländischer- und Australischer Dollar, Norwegische Krone) bilden mit knapp 33 % einen prominent gewichteten Block.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



Rechtliche Hinweise:

Diese Unterlage wurde nur zu Werbezwecken erstellt und stellt keine Finanzanalyse, keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar. Die vorliegenden Informationen sind insbesondere kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren sowie keine Aufforderung, ein solches Angebot zu stellen. Sie dienen nur der Erstinformation und können eine auf die individuellen Verhältnisse und Kenntnisse der Anlegerin bzw. des Anlegers bezogene Beratung nicht ersetzen.

Diese Marketingmitteilung wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt auch nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

Über den grundsätzlichen Umgang der Schoellerbank AG mit Interessenkonflikten sowie über die Offenlegung von Vorteilen informiert Sie die Broschüre "MIFID II - Markets in Financial Instruments Directive". Ihre Beraterin, Ihr(e) Berater(in) informiert Sie gerne im Detail.

Bezüglich der steuerlichen Behandlung wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater. Die steuerliche Behandlung ist von den persönlichen Verhältnissen der Anlegerin bzw. des Anlegers abhängig und kann künftig Änderungen unterworfen sein.

Die vorliegenden Informationen wurden von der Schoellerbank AG, Renngasse 3, 1010 Wien, auf der Grundlage von öffentlich zugänglichen Quellen erstellt, die als zuverlässig eingeschätzt werden. Die Informationen können jederzeit einer Änderung unterliegen. Die Schoellerbank AG ist zu einer Aktualisierung dieser Informationen nicht verpflichtet. Die Haftung der Schoellerbank AG für leichte Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit der Quellenrecherche und -studie und den darauf beruhenden Informationen wird ausgeschlossen.

Diese Unterlage darf nicht an "US-Persons" (Regulation S des US-Securities Act 1933) ausgehändigt werden. ("US-Persons" darf das gegenständliche Produkt nicht vermittelt bzw. dürfen diese nicht darüber beraten werden. - nur, falls ein konkretes Produkt angesprochen wird)

Vervielfältigungen - in welcher Art auch immer - sind nur nach vorheriger ausdrücklicher Genehmigung der Schoellerbank AG zulässig. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre Betreuerin bzw. Ihren Betreuer.
Irrtum und Druckfehler vorbehalten.

Stand: 01.07.2022

Diese Marketingmitteilung wurde von der Schoellerbank AG, Renngasse 3, 1010 Wien erstellt (Medieninhaber und Hersteller)
VOILA_REP_ID=C1257E77:00296CBA