Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 15.Juli 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 15.07.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird etwa zur Hälfte mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen somit deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen haben sich seit dem letzten Jahr erholt, dennoch bieten Inflationsgeschützte Anleihen weiterhin ein gutes Chance-Risiko-Profil. Im Segment Staatsanleihen bilden qualitativ sehr gute Staatsanleihen aus Kerneuropa den Schwerpunkt. Als Beimischung investieren wir in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind „Stark Untergewichtet“. Das Niedrigzinsumfeld erschwert es in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom neutral gewichteten Japanischen Yen. Neben den Leitwährungen setzten wir verstärkt auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit starken Wachstumschancen. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10 % gewichtet.
AktienNeutralDer wirtschaftliche Aufschwung ist intakt und die Unternehmensgewinne steigen auf neue Höchststände. Aber auch die Risiken sind gestiegen. Die Politik der Notenbanken trägt der deutlich gestiegenen Inflation Rechnung und die stark steigenden Zinsen bremsen den Aufschwung zunehmend. Die Ukraine-Krise erhöht auch die Risiken für die europäische Energieversorgung. Asien hinkt den westlichen Märkten hinterher, aber im Hinblick auf die Fundamentaldaten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt.Die Ertragschancen sind am Aktienmarkt immer noch besser als am Rentenmarkt. Aber auch die Risiken haben zugenommen und ein „neutrales“ Aktienengagement bleibt angemessen.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • Die Teuerung klettert auf neue Höchststände und erst für Ende dieses Jahres ist mit einer Entspannung der Situation, auf einem auch dann noch deutlich erhöhten Niveau, zu rechnen. Doch in diesem Szenario ist eine mögliche Verschärfung der Energiekriese - die Sorge gilt vor allem der Gasversorgung in Europa - noch nicht eingerechnet. Bisher wurde die Inflation von der steigenden Nachfrage getrieben, welche auf eine durch die weltweiten Covid-Maßnahmen geschwächte Produktionskapazität traf. Die Frustration vieler Unternehmen besteht bislang darin, dass die Nachfrage aufgrund zahlreicher Friktionen in der Produktion nicht im vollen Umfang befriedigt werden kann. Doch nun kommt ein neues Schreckgespenst auf: Die Angst vor einer starken Rezession aufgrund eklatanter Energieknappheit.
  • Viele Produktionsprozesse in zahlreichen Industrien werden mit Gas befeuert. Die Auswirkungen eines Gaslieferstopps wären nicht nur für Zentral- und Osteuropa - wo die Abhängigkeit vom russischen Erdgas am größten ist - massiv. Eine durch Energieknappheit ausgelöste Rezession würde zumindest den gesamten europäische Kontinent erfassen und wäre auch weltweit zu spüren.
  • Die Aktienmärkte werden zudem von der restriktiveren Zinspolitik beunruhigt. Die hohe Inflation zwingt die Notenbanken zum Handeln, selbst wenn die Rezessionssignale nun zunehmen. Es ist nur ein geringer Trost, dass viele Rohstoffe und auch der Rohölpreis in den letzten Wochen von den Höchstständen deutlich gefallen sind. Das zeigt eher eine Verlangsamung der Wirtschaft als eine Entspannung bei der Energieversorgung an.
  • Die Unternehmensgewinne werden derzeit mit großem Interesse beobachtet. Noch geht der Trend nach oben, doch es gibt erste Anzeichen, die besorgt machen. JP Morgan, die große US-Bank, hat die Gewinnprognose deutlich verfehlt und daher sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt. Die Sorge der Aktionäre ist, dass dies nur ein erstes Beispiel von noch vielen auf uns zukommenden sein könnte. Einer der wichtigsten Eckpfeiler des Aktienmarktes sind stabile Gewinne, welche satte Dividenden und Aktienrückkäufen ermöglichen.
  • Durch die Kursrückgänge sind aber auch Titel und Branchen in Mitleidenschaft gezogen worden, die wenig in Gefahr sind, durch die Energiekrise und eine mögliche Rezession fundamental in Bedrängnis gebracht zu werden. Informationstechnologie, Basiskonsum und der Gesundheitssektor stellen in diesem Umfeld stabile Anker für das Portfolio dar, welche durchaus auch zu attraktiven Preisen zu erwerben sind. Es gibt also Chancen am Aktienmarkt, die mutige und selektive Anleger nutzen können.

FAZIT AKTIEN

Die konjunkturellen Unsicherheiten steigen zusehends an und vor diesem Hintergrund scheint uns eine Erhöhung der Aktienquote nicht angezeigt. Die aktuelle "Neutrale" Allokation wird also nicht verändert. Das Aktienportfolio der Schoellerbank legt Wert auf Qualität und ist konservativ investiert. Dadurch gelingt es, die Kursverluste in Grenzen zu halten.

ANLEIHEN

  • Die Inflation ist an den Märkten nach wie vor ein heißes Thema. Dies hat die Reaktion der Märkte auf die höher als erwarteten US-CPI Zahlen am Mittwoch eindrucksvoll bewiesen. Die Volatilität der Renditen bleibt weiterhin hoch. Auch in Zukunft werden festverzinsliche Anlagen zwischen erhöhtem Inflationsdruck und der Bereitschaft der Zentralbanken, die Finanzierungsbedingungen zu straffen, einerseits und Rezessionsängsten andererseits gefangen bleiben. Diese gegensätzlichen Kräfte dürften die Volatilität von festverzinslichen Wertpapieren in den kommenden Wochen aufrechterhalten, insbesondere jetzt, da eine Phase geringer Liquidität bevorsteht. Unserer Ansicht nach wird die Rhetorik der Zentralbanken zumindest in den kommenden Monaten weiterhin auf steigende Zinsen ausgerichtet bleiben, was zu einem gewissen Gegenwind für Staatsanleihen führen wird. Die bevorstehenden Sitzungen der EZB (21. Juli) und des FOMC (27. Juli) werden den Anlegern wahrscheinlich mehr Klarheit über die künftige Geldpolitik verschaffen.
  • Was die EZB anbelangt, so warten die Anleger auf Einzelheiten zum Anti-Fragmentierungsinstrument, mit dessen Entwicklung vor einem Monat begonnen wurde. Die Merkmale dieser neuen Fazilität (insbesondere ihr Umfang und ihre Bedingungen) werden für die künftige Entwicklung des Italien-Bund-Spreads entscheidend sein. Die nach der Ad-hoc-Sitzung der EZB eingetretene Spread-Einengung deutet darauf hin, dass die Anleger dieses neue Instrument für glaubwürdig genug halten, um eine massive Spread-Ausweitung zu vermeiden. Daher besteht nun eher das Risiko, dass das Instrument nicht ausreicht, um die Erwartungen zu erfüllen. Das neue Anti-Fragmentierungsinstrument soll möglichen Fragmentierungsrisiken aufgrund einer strafferen Geldpolitik entgegenwirken. Es wird nicht darauf abzielen, idiosynkratische Risiken abzudecken.
  • Die Nord Stream 1 Pipeline nun zehn Tage lang im Wartungsmodus verbleiben. Ob und wie viel Gas Russland anschließend durch die Pipeline schickt, wird für den weiteren Ausblick - Wachstum, Inflation, Märkte - insbesondere in Europa, von entscheidender Bedeutung sein. Möglicherweise erfahren wir dies am Morgen des 22. Juli - wenige Stunden nachdem die Europäische Zentralbank mutmaßlich ihre erste Leitzinsanhebung verkündet haben wird. Nach herrschender Meinung würde ein Gaslieferstopp die Wachstumsaussichten erheblich eintrüben und den Inflationsdruck zumindest kurzzeitig kräftig anschieben.

FAZIT ANLEIHEN

Der Fokus auf Qualität und die moderate Laufzeitengewichtung hilft uns, gut durch dieses volatile Umfeld zu kommen. Steigende Rezessionsrisiken, eine sehr restriktive Geldpolitik und bereits fallende Rohstoffpreise geben Veranlassung, dass die Dynamik bei den Inflationserwartungen nachhaltig nachlässt. Daher haben wir in den vergangenen zwei Wochen unsere Quote an inflationsgeschützten Anleihen leicht reduziert und Gewinne mitgenommen. Im Gegenzug wurden Nominalanleihen aus der Kernzone gekauft. Wir bleiben im bei Staatsanleihen weiterhin untergewichtet und setzen darüber hinaus eine deutlich kürzere Duration-Positionierung als in der Benchmark um. Wir sind weiterhin in inflationsgeschützten Anleihen kurzer bis mittlerer Restlaufzeit übergewichtet und sehen nach der jüngsten Ausweitung der Risikoaufschläge Potential bei den qualitätsorientierten Euro Unternehmensanleihen, wo wir ebenfalls übergewichtet sind. Schwellenländeranleihen in Lokalwährung bleiben eine wichtige Beimischung im Portfolio. Im laufenden Jahr zeigt sich auch wieder deutlich der Mehrwert einer relativ unkorrelierten Beimischung von Fremdwährungsanleihen.

WÄHRUNGEN

  • Auch der Devisenmarkt steht aktuell wieder ganz im Zeichen der Inflationsentwicklung. Diese Woche erlebten die Anleger, dass die Parität von EUR-USD eindrucksvoll verteidigt wird, wobei am Donnerstag die Parität bereits kurz unterschritten wurde. Außerdem begann die EZB, sich zum Wechselkurs zu äußern. François Villeroy de Galhau, Mitglied des EZB-Gouverneursrats, erinnerte die Anleger daran, dass die EZB den Euro-Kurs sehr genau beobachte, da er für die Preise wichtig sei, fügte aber richtigerweise hinzu, dass nicht der Euro schwach sei, sondern der USD stark. Gerüchte, dass die Fed nach dem starken Anstieg der US-Verbraucherpreisinflation im Juni, die den höchsten Stand seit November 1981 erreichte, noch in diesem Monat eine Anhebung um 100 BP in Betracht ziehen könnte, gaben dem Dollar erneut Auftrieb.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die Faktoren, die den Greenback bisher gestützt haben, sind weiterhin vorhanden. Der US-Dollar erfreut sich nach wie vor hoher Renditen und großer Renditedifferenzen zu Europa. Die Fed behält ihre harte Haltung bei und die geopolitischen Risiken schwellen nicht ab. Auch die Aussicht auf einen potenziellen Gaslieferstopp begünstigt den USD als sicheren Hafen. Analysten sehen für diesen Fall den EUR-USD Wechselkurs bei einem Niveau von 0,90. Im Gegensatz zu vielen Indizes mit globalen Anleihen weist die Schoellerbank Fremdwährungsstrategie seit Jahresbeginn nur eine leicht negative Performance auf. Die hohe Gewichtung von Rohstoffwährungen ermöglichte eine deutliche Outperformance.


Das sollten Sie als Anlegerin/Anleger beachten / wichtige Risikohinweise:

Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Wert und Rendite einer Anlage können plötzlich und in erheblichem Umfang steigen oder fallen und können nicht garantiert werden. Auch Währungsschwankungen können die Entwicklung des Investments beeinflussen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Anlegerin bzw. der Anleger nicht die gesamte investierte Summe zurückerhalten, unter anderem dann, wenn die Kapitalanlage nur für kurze Zeit besteht. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals samt Kaufspesen kommen. Wir weisen darauf hin, dass sich die Zahlenangaben bzw. Angaben zur Wertentwicklung auf die Vergangenheit beziehen und dass die frühere Wertentwicklung kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse ist.



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Stand: 15.07.2022

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