Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 12. August 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 12.08.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird etwa zur Hälfte mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen so-mit deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen haben sich seit dem letzten Jahr erholt, dennoch bieten inflationsgeschützte Anleihen weiterhin ein gutes Chance-Risiko-Profil.Der Fokus der Staatsanleihen-Strategie liegt auf Emittenten aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind „Stark Untergewichtet“. Das Niedrigzinsumfeld erschwert es in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Neben den Leitwährungen setzten wir verstärkt auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit starken Wachstumschancen. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10 % gewichtet.
AktienNeutralDer wirtschaftliche Aufschwung ist intakt und die Unternehmensgewinne steigen auf neue Höchststände. Aber auch die Risiken sind gestiegen. Die Politik der Notenbanken reagieren auf die deutlich gestiegene Inflation und die stark steigenden Zinsen bremsen den Aufschwung zunehmend. Die Ukraine-Krise erhöht auch die Risiken für die europäische Energieversorgung. Asien hinkt den westlichen Märkten hinterher, aber im Hinblick auf die Fundamentaldaten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt.Die Ertragschancen sind am Aktienmarkt immer noch besser als am Rentenmarkt. Aber auch die Risiken haben zugenommen und ein „Neutrales“ Aktienengagement bleibt angemessen.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • In den letzten Wochen haben besser als erwartete Unternehmensgewinne und starke Arbeitsmarktdaten die Besorgnis über eine bevorstehende US-Rezession gemildert und den Aktienmärkten geholfen, sich von ihren Tiefstständen zu erholen. Darüber hinaus linderte die jüngste Veröffentlichung über die Entwicklung der Verbraucherpreise die unmittelbaren Befürchtungen der Anleger, dass die anhaltende Inflation ein aggressiveres Vorgehen der Notenbank erzwingen würde.
  • Die Ergebnisse des zweiten Quartals haben gezeigt, dass die Inputkosten ein zentrales Thema für das Management bleiben, insbesondere da sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt hat. Der Fokus hat sich erneut mehr auf Margenstabilität als auf Umsatz- und Gewinnwachstum verlagert. Unternehmen haben festgestellt, dass die Verbrauchernachfrage angesichts der im zweiten Quartal durchgeführten Preiserhöhungen robust geblieben ist.
  • Bei der Vorlage der Ergebnisse für das 1. Kalenderquartal äußerten die Management-Teams ihre Ambitionen, trotz steigender Löhne und Gehälter sowie eines angespannten Arbeitsmarkts weitere Mitarbeiter:innen einzustellen. Bei der Präsentation der Daten für das abgelaufene Quartal änderten mehre Unternehmen ihre Haltung. Vor allem mehrere große IT-Unternehmen haben signalisiert, dass sie das Einstellungstempo verlangsamen, beziehungsweise vorübergehend keine Neuanstellungen vornehmen werden.
  • Die Investitionsausgaben der S&P 500-Unternehmen sind im abgelaufenen Quartal zum ersten Mal seit dem ersten Quartal 2021 schneller gewachsen als die Aktienrückkäufe (Quelle: S&P Dow Jones Indices). Kapitalinvestitionen sind ein wichtiger Indikator, da Unternehmen nur dann investieren, wenn diese sich daraus einen höheren Ertrag erwarten als Bargeld zu halten. CAPEX-Ausgaben sind ein wichtiger Indikator, der signalisiert, dass Unternehmen gerne Geld ausgeben, anstatt Bargeld zu behalten.
  • In den USA verabschiedeten die Demokraten im Senat den "Inflation Reduktion Act von 2022", der es dem staatlichen Gesundheitsprogramm Medicare ermöglicht die Preise zu verhandeln. Das Ausmaß der Senkung ist noch nicht klar, aber diese könnte bis zu 30 % betragen.
  • Halbleiterindustrie: Mehrere Halbleiterhersteller meldeten eine Verlangsamung der Gewinne innerhalb der Branche. "Intel" meldete einen Quartalsverlust und senkte seinen Ausblick für das Gesamtjahr. "Advanced Micro Devices" gab einen gedämpften Ausblick aus. "Nvidia Corp." warnte davor, dass der Umsatz für das abgelaufene Quartal unter seiner Prognose liegen würde. "Micron" gab an, dass sie eine breitere Schwächung des Marktes sehen. Ein Bereich für die Chipindustrie, der eine gewisse Widerstandsfähigkeit zeigt, war die Nachfrage nach Serverchips. Viele Experten gehen davon aus, dass es eine Diskrepanz zwischen den kurz- und langfristigen Aussichten gibt. Der Halbleiterumsatz wird sich bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich mehr als verdoppeln.

FAZIT AKTIEN

Der Markt ist weiterhin volatil mit gemischten Botschaften. Jüngste Wirtschaftsberichte deuteten auf eine starke Beschäftigung und nachlassende Inflation hin. Die Inflation befindet sich jedoch immer noch auf einem hohen Niveau, und die geopolitische Unsicherheit bietet mehrere potenziell riskante Folgen. Wir glauben, dass wir zu diesem Zeitpunkt weiterhin unsere "Neutral" Position beibehalten sollten.

ANLEIHEN

  • An den Finanzmärkten scheinen die Rezessionssorgen nun endgültig die Oberhand über Inflationsängste gewonnen zu haben. So fielen die Renditen 10-jähriger deutscher Staatsanleihen von ihrem Juni-Hoch bei 1,80 % auf nunmehr 1,00 %. Streng genommen befindet sich die US-Wirtschaft bereits in einer "technischen Rezession", nachdem die ersten beiden Quartale 2022 geschrumpft sind. Ein sehr starker US-Arbeitsmarktbericht sorgte in der letzten Woche für Erleichterung. Die Arbeitslosenquote sank auf das Tief vom Februar 2020. Die überraschend positiven Zahlen beflügelten die Zinserhöhungsfantasien und nährten die Aussicht auf einen großen Zinsschritt von 75 BP.
  • In dieser Woche standen zudem die mit Spannung erwarteten US-Inflationszahlen auf dem Tableau. Die Inflation schwächte sich auf 8,5 % ab. Im Juni hatte die Teuerung noch 9,1 % betragen. Ökonomen sehen den Scheitelpunkt der Inflationswelle bereits überschritten. Dennoch bleibt Vorsicht geboten, denn die wichtige Kernteuerung hat sich noch nicht reduziert. Der US-Notenbank FED verschafft die leichte Entspannung an der Inflationsfront etwas Luft. Fed Fund Futures preisen nach Veröffentlichung der Verbraucherpreise mit 3,5 % für Jahresende ein leicht niedrigeres Leitzins-niveau ein.

FAZIT ANLEIHEN

In der Eurozone scheint das Potenzial für Kursgewinne bei Anleihen vorerst erschöpft. 10-jährige deutsche Staatsanleihen rentieren bei 1,00%, wohingegen die Inflationserwartungen für die gleiche Laufzeit bei 2,60 % konstant hoch sind. Diese deutlich negative Realrendite sollte sich durch steigende Renditen etwas entschärfen. Der Druck auf globale Notenbanken bleibt weiterhin hoch. Es ist angesichts der Zinsänderungsrisiken daher noch nicht der richtige Zeitpunkt für Durationverlängerungen. Inflationsgeschützte Anleihen mittlerer Laufzeiten bleiben eine gute Wahl im momentanen Umfeld. Entspannungssignale gibt es von den EWU-Peripheriespreads. Der Risikoaufschlag für italienische 10-jährige Staatsanleihen gegenüber deutschen Bunds beträgt bei leicht rückläufiger Tendenz momentan gut 200 BP. Politische Risiken durch die im September anstehende Neuwahlen spielen derzeit noch keine Rolle.Schwellenländeranleihen in Lokalwährung bleiben eine wichtige Beimischung im Portfolio. Im laufenden Jahr zeigt sich auch wieder deutlich der Mehrwert einer relativ unkorrelierten Beimischung von Fremdwährungsanleihen.

WÄHRUNGEN

  • An den internationalen Devisenmärkten sind in den letzten Wochen etwas Ruhe und Stabilität eingekehrt. Der etwas nachlassende Preisdruck in den USA hat die Zinserwartungen und die Rezessionssorgen gedämpft. Zudem ergeben die Konjunkturzahlen in den USA ein etwas widersprüchliches Bild. Während die Wirtschaft zwei Quartale in Folge geschrumpft ist, zeigt sich der Arbeitsmarkt mit einem deutlichen Stellenplus und einer niedrigeren Arbeitslosigkeit überraschend positiv. Die rasante Aufwertung gegenüber der Gemeinschaftswährung ist damit vorerst gestoppt. Seit Jahresbeginn ist der USD dennoch die stärkste Major-Währung. Aber auch viele andere rohstoffsensitive Währungen verzeichneten eine deutlich bessere Entwicklung als der Euro. Lediglich der japanische Yen zeigt sich deutlich schwächer.

FAZIT WÄHRUNGEN

Im laufenden Jahr zeigt sich wieder deutlich der Mehrwert einer relativ unkorrelierten Beimischung von Fremdwährungsanleihen. Im Gegensatz zu vielen derzeit negativen Indizes mit globalen Anleihen weist die Schoellerbank Fremdwährungsstrategie seit Jahresbeginn sogar eine positive Performance von rund 2 % auf. Die hohe Gewichtung von Rohstoffwährungen ermöglich eine deutliche Outperformance. Die höchste Gewichtung nimmt weiterhin der USD mit knapp 37 % vor dem Japanischen Yen mit 17,5 % ein. Rohstoffwährungen (Kanadischer Dollar, Neuseeländischer- und Australischer Dollar, Norwegische Krone) bilden mit gut 33 % einen prominent gewichteten Block.


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Stand: 12.08.2022

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