Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 26. August 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 26.08.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird etwa zur Hälfte mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen so-mit deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen haben sich seit dem letzten Jahr erholt, dennoch bieten inflationsgeschützte Anleihen weiterhin ein gutes Chance-Risiko-Profil.Der Fokus der Staatsanleihen-Strategie liegt auf Emittenten aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind „Stark Untergewichtet“. Das Niedrigzinsumfeld erschwert es in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Neben den Leitwährungen setzten wir verstärkt auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit starken Wachstumschancen. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10 % gewichtet.
AktienNeutralDer wirtschaftliche Aufschwung ist intakt und die Unternehmensgewinne steigen auf neue Höchststände. Aber auch die Risiken sind gestiegen. Die Politik der Notenbanken reagieren auf die deutlich gestiegene Inflation und die stark steigenden Zinsen bremsen den Aufschwung zunehmend. Die Ukraine-Krise erhöht auch die Risiken für die europäische Energieversorgung. Asien hinkt den westlichen Märkten hinterher, aber im Hinblick auf die Fundamentaldaten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt.Die Ertragschancen sind am Aktienmarkt immer noch besser als am Rentenmarkt. Aber auch die Risiken haben zugenommen und ein „Neutrales“ Aktienengagement bleibt angemessen.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • Ein Teil der jüngsten Begeisterung an den Märkten ist in letzter Zeit verflogen. Am vergangenen Freitag erlebte der S&P-Index seinen schlimmsten Tag seit mehr als zwei Monaten.
  • Branchen wie Halbleiter, Hausbauer, Einzelhändler, Bekleidung, Vermögensverwalter, Bauprodukte, LKW-Transport stehen unter stärkerem Abgabedruck. Defensive Sektoren und Energie hielten sich besser, stehen aber ebenfalls unter Druck.
  • Die Bekleidungsketten "Gap Inc.", "Victoria’s Secret" und "Abercrombie & Fitch Co." meldeten rückläufige Quartalsumsätze, da die Verbraucher ihre Ausgaben weg von Kleidung und anderen Bedarfsartikeln verlagern. "Victoria’s Secret" und "Abercrombie" haben beide ihre Umsatzziele für das Jahr gesenkt. Die Einzelhandelsausgaben sind in diesem Jahr zurückgegangen, da höhere Kraftstoff- und Lebensmittelpreise die Haushaltsbudgets verringerten und die Menschen mehr Geld für Restaurants und Unterhaltung beiseitelegen. Viele Einzelhändler haben überschüssige Lagerbestände und beginnen, die Preise zu senken - was sich positiv auf die Inflation auswirken könnte.
  • "Dollar Tree" und "Dollar General" sagten bei ihren Quartalsberichten, dass die Verbraucher ihre Ausgaben weiterhin von diskretionären Kategorien auf Dinge des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel verlagern. Das wird die Margen in den Billig-Läden weiter unter Druck setzen.
  • Salesforce senkte zum zweiten Mal seinen Ausblick für das Gesamtjahr und veröffentlichte gleichzeitig eine Umsatzprognose für das dritte Quartal. Es scheint, dass auch Cloud-basierte Software von dem langsameren Wachstum betroffen wäre.
  • China: Es gibt viel Pessimismus in Bezug auf den Wohnungsmarkt in China; Die Investorengemeinschaft sucht nach Anzeichen dafür, dass sich die Dinge stabilisieren. Die Verbraucher weigern sich, für unfertige Immobilien zu zahlen, was den Immobiliensektor noch weiter nach unten zog. Selbst bei etwas niedrigeren Zinsen haben private Unternehmen wenig Appetit auf neue Kredite, und die größten Kreditnehmer, staatliche Unternehmen, reagieren weniger empfindlich auf Änderungen der Kreditbedingungen. Ein weiteres Problem für China besteht darin, dass die Wirkung von Konjunkturmaßnahmen, die Peking jetzt ergreift, aufgrund der strengen Covid-19-Politik des Landes wahrscheinlich weniger wirksam sein wird.
  • Europe: Die Erdgas- und Strompreise in der EU gingen zurück, nachdem Deutschland meldete, dass sich seine Vorräte an fossilen Brennstoffen schneller als geplant füllen. Die Gasspeicher in Deutschland werden im nächsten Monat voraussichtlich zu 85 % gefüllt sein. Unternehmen, die Stahl, Chemikalien, Düngemittel und andere energieintensive Güter produzieren, waren unter den ersten, die die Auswirkungen der höheren Gaspreise zu spüren bekamen. Unternehmen ohne globale Präsenz finden es schwierig, die Produktion schnell aus dem europäischen Kontinent zu verlagern, wo die Energiepreise niedriger sind.

FAZIT AKTIEN

Der Markt ist immer noch sehr volatil mit guten und schlechten Nachrichten. In den letzten Wochen war der Markt eher defensiv, und Unternehmen aus den Bereichen Energie und Versorger schnitten besser ab. In diesem Marktumfeld sehen wir unsere derzeitige Position "Neutral" als die beste an. Es ermöglicht uns, flexibel und auf jedes Marktszenario zu reagieren.

ANLEIHEN

  • Es tut sich wieder etwas an der Anleihenfront: die Bewegungen der letzten zwei Wochen sind beachtenswert. Die Rendite der deutschen 10-jährigen Benchmarkanleihe stieg seit Mitte August um 45 Basispunkte auf 1,34 %. Der Anstieg der 10-jährigen US-Treasuries war mit 29 Basispunkte auf 3,08 % ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Die Inflationsdaten überraschten weiterhin nach oben und die Notenbanken sind gewillt gegen diesen Trend mit aller Härte vorzugehen. Vor allem die Signale von der amerikanischen FED sind weiterhin sehr hawkish. Sind bereits die bisherigen Erhöhungen in einem atemberaubenden Tempo erfolgt (aktueller Leitzins zwischen 2,25-2,5 %, zu Jahresbeginn war dieser bei 0-0,25 %), so fordert das FED Mitglied James Bullard bei dem jährlichen stattfindenden Symposium in Jackson Hole einen Leitzins von 3,75-4 % bis zum Ende des Jahres. Ester George, ebenfalls FED Mitglied, ließ dort mit der Meldung aufhorchen, dass die bisherigen Erhöhungen des Leitzinses die Wirtschaft kaum belastet haben und es möglicherweise notwendig sein wird, die Zinsen eine Zeit lang über 4 % zu halten, um die Inflation in Griff zu bekommen. FED-Chef Powell hat sich zum Zeitpunkt der Erfassung des Artikels noch nicht zur weiteren Notenbank Politik geäußert, jedoch ist davon auszugehen, dass er weiterhin am strengen Vorgehen gegen die hohe Inflation festhalten wird.
  • Die abnehmende Risikobereitschaft macht sich auch bei italienischen Staatsanleihen bemerkbar. Die Risikoaufschläge sind in den letzten 14 Tage um insgesamt 14 Basispunkte angestiegen. Am 25. September wird in Italien ein neues Parlament gewählt und die Umfragen deuten auf eine Mehrheit der rechtsnationalen Allianz hin. Die Reformagenda von Mario Draghi wird daher nicht fortgesetzt werden können, weswegen von einem geringeren Wachstum in Italien auszugehen ist. Eine neue Schuldenkrise wird aber aller Voraussicht in naher Zukunft ausbleiben, weil die Kosten der Verschuldung nur langsam steigen sollten. Es ist jedoch wichtig, die Situation weiter genau zu beobachten.
  • Die Erwartung weiter stark steigender Leitzinsen belastet auch High Yield Anleihen. Die durchschnittliche Rendite bei amerikanischen Hochzinsanleihen beträgt 8 % und spiegelt damit eine befürchtete weitere Eintrübung der amerikanischen Wirtschaft wider. In der letzten Woche kam es lt. Refinitiv Lipper Daten zu sehr deutlichen Abflüssen in dieser Assetklasse.

FAZIT ANLEIHEN

Die weiterhin hohe Inflation zwingt die Notenbanken die Zinsanhebungen weiter fortzusetzen. Dies wirkt sich momentan negativ, sowohl auf die Aktien - als auch auf die Anleihekurse aus. Wir gehen davon aus, dass die Inflation zwar etwas zurückkommt, aber mittelfristig weiterhin über dem Ziel der EZB und FED sein wird. Dies wird einen Belastungsfaktor für den Anleihemarkt darstellen.Wir bleiben bei Staatsanleihen weiterhin untergewichtet und setzen darüber hinaus eine deutlich kürzere Duration-Positionierung als in der Benchmark um. Der Fokus liegt auf inflationsgeschützten Anleihen kurzer bis mittlerer Restlaufzeit. Die Risikoaufschläge bei qualitätsorientierten Euro Unternehmensanleihen zeigen interessante Levels, könnten sich im Zuge der Rezessionsängste aber noch etwas ausweiten. Schwellenländeranleihen in Lokalwährung bleiben eine wichtige Beimischung im Portfolio. Im laufenden Jahr zeigt sich auch wieder deutlich der Mehrwert einer relativ unkorrelierten Beimischung von Fremdwährungsanleihen.

WÄHRUNGEN

  • Der Dollar hat am 22.08. die Parität zum Euro ein zweites Mal im heurigen Jahr unterschritten. Zumindest konnte der Dollar die Marke unter 1 bereits einige Tage halten. Die weitere Entwicklung des Dollars wird kurzfristig wesentlich von der Rede Powells abhängen, die Freitagabend am Symposium der FED in Jackson Hole war.

FAZIT WÄHRUNGEN

Die FOMC Projektionen von der letzten FED Sitzung gehen aktuell von einem höheren Leitzins aus, als der Markt anhand der Fed Fund Rates erwartet. Von dieser Seite erscheint der Dollar also gut unterstützt.


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Stand: 26.08.2022

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