Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 23. September 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 23.09.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird etwa zur Hälfte mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen so-mit deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen haben sich seit dem letzten Jahr erholt, dennoch bieten inflationsgeschützte Anleihen weiterhin ein gutes Chance-Risiko-Profil.Der Fokus der Staatsanleihen-Strategie liegt auf Emittenten aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind „Stark Untergewichtet“. Das Niedrigzinsumfeld erschwert es in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihesegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Neben den Leitwährungen setzten wir verstärkt auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit starken Wachstumschancen. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10 % gewichtet.
AktienNeutralDer wirtschaftliche Aufschwung ist intakt und die Unternehmensgewinne steigen auf neue Höchststände. Aber auch die Risiken sind gestiegen. Die Politik der Notenbanken reagieren auf die deutlich gestiegene Inflation und die stark steigenden Zinsen bremsen den Aufschwung zunehmend. Die Ukraine-Krise erhöht auch die Risiken für die europäische Energieversorgung. Asien hinkt den westlichen Märkten hinterher, aber im Hinblick auf die Fundamentaldaten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt.Ende September wurde beschlossen, die Kursverluste und die pessimistische Anlegerstimmung für Neuengagements am Aktienmarkt zu nutzen. Die Aktienquote ist damit am oberen Band von Neutral.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

  • Die Aktienmärkte sind angesichts der Besorgnis über ein langsameres Wirtschaftswachstum und Zinserhöhungen durch die Zentralbanken beunruhigt. Die Anleger befürchten, dass höhere Kreditkosten das Wachstum belasten werden. Die großen Notenbanken straffen die Geldpolitik, was die Hoffnungen auf eine sanfte Landung verringert.
  • Der jüngste FedEx-Bericht deutet steigende Probleme im Logistiksektor an. Die Branche gilt als wichtiger Indikator für einen möglichen Nachfragerückgang. Die durchschnittliche Anzahl der täglichen Pakete im Quartal betrug 11 % weniger im Vergleich zum Vorjahr. Die Betriebskosten belasteten die Gewinnspannen des Unternehmens. Obwohl die Energiepreise gesunken sind, liegen sie immer noch über dem Vorjahresniveau. FedEx plant, die Versandkosten für die meisten seiner Dienste ab Januar 2023 um durchschnittlich 6,9 % zu erhöhen. UPS hat die Versandtarife im Jahr 2022 um durchschnittlich 5,9 % angehoben. Die Spediteure investieren aber, um die Paketabwicklung aufgrund des sprunghaften Anstiegs der Online-Käufe zu verbessern.
  • Weiterhin starke Nachfrage nach Elektrofahrzeugen. General Motors, Ford, Rivian teilen mit, dass sie Wartelisten von mehr als einem Jahr für ihre neuen Elektromodelle haben. Die Hersteller wollen sich frühzeitig den EV-Anteil sichern und den Abstand zu Tesla verringern. Elektroautos verwenden mehr Computerchips als ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Wir gehen davon aus, dass Unternehmen wie Infineon, die sich auf Automobilhalbleiter konzentrieren, weiterhin eine starke Nachfrage haben werden.
  • Immobilienmarkt in China: Lokale Regierungen führten Maßnahmen nach Maßnahmen ein, um den Markt anzukurbeln. Doch es ist weiterhin sehr schwierig für diesen Sektor. Potenzielle Käufer sind verunsichert, ob die notleidenden Entwickler die Wohnungen fertigstellen können. Auch Chinas Null-Covid-Politik trägt nicht dazu bei, die Nachfrage anzukurbeln. Die Regierung hat im vergangenen Monat damit begonnen, Anleihen zu garantieren, die von einigen gesünderen Entwicklern ausgegeben wurden. Das hat dazu beigetragen, die Anleihe- und Aktienkurse zu stützen.
  • Der Groß- und Einzelhändler Costco gab an, dass der Inflationsdruck anhält. Es gibt jedoch erste Anzeichen einer Erleichterung mit Rückgängen bei Rindfleisch, Plastik, Gas und Transport. Die jüngsten Preiserhöhungen der Lieferanten sind auch auf Lohnerhöhungen zurückzuführen.
  • Accenture lieferte ein weiteres gesundes Quartal, unterstützt durch die anhaltende Transformationsnachfrage in allen Märkten. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 27 % und das Unternehmen hob die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an. Diese positive Ankündigung ist eine gute Nachricht für Capgemini, das zu unserem europäischen Portfolio gehört. Der Bericht zeigt, dass die besten Akteure des Sektors trotz der Makroschwäche ein weiteres gutes Jahr verbuchen können.

FAZIT AKTIEN

Der Aktienmarkt fiel weiter aufgrund von Bedenken, dass steigende Zinsen und eine sich verlangsamende Wirtschaft die Wirtschaft in die Rezession treiben würden. Anleger geben eine immer geringere Wahrscheinlichkeit für eine sanfte Landung an. Auf der positiven Seite haben wir starke Verbraucher, einen guten Arbeitsmarkt und die Mehrheit der Unternehmen mit einer starken Bilanz. Wir glauben, dass Unsicherheit und bevorstehende Probleme nur von kurzer Dauer sein werden und am Ende der Aktienmarkt sich wieder als überlegene Anlageform präsentieren wird.

Die Anlegerstimmung ist bereits sehr pessimistisch geworden, was wir als positives Signal werten. Wir glauben, dass die derzeitige negative Stimmung die Gelegenheit bietet, sich in solide Unternehmen einzukaufen. Daher erhöhen wir unsere Aktienposition auf der obere Ende von "Neutral". Wir kaufen vor allem US-Werte zu, welche starke Wettbewerbsvorteile haben und im derzeitigen Umfeld attraktiv bewertet sind.

ANLEIHEN

  • Das wirtschaftliche Umfeld bleibt sehr herausfordernd: Hartnäckig hohe Inflationszahlen, eine Energiekrise in Europa, Zinserhöhungen historischen Ausmaßes und eine Rezession die wie ein Damoklesschwert über den Märkten schwebt. Die Renditen dies- und jenseits des Atlantiks reagieren mit starken Anstiegen. Vor allem kurze bis mittlere Laufzeiten stiegen aufgrund der aggressiven Rhetorik der Notenbanken stark an und in der Eurozone ist nun auch eine leicht inverse Zinskurve zu beobachten. Die absoluten Renditelevels können sich mittlerweile sehen lassen. 5-jährige US-Staatsanleihen werfen mittlerweile eine Rendite von über 4 % ab. Deutsche Pendants mit gleicher Laufzeit belohnen Anleger immerhin mit einer laufenden Verzinsung von über 2 %.
  • In der abgelaufenen Woche dominierten Notenbankentscheidungen die Nachrichtenlage. Auch wenn teilweise noch stärkere Zinsschritte erwartet wurden, unterstreichen die Entscheidungen die Ernsthaftigkeit der Bemühungen um ein Eindämmen der Inflationsraten.
  • Die Riksbank in Schweden führte den Reigen an Jumbo-Zinsschritten mit einer Erhöhung um 100BP an. Auch die Fed (+75 BP), die Schweizer Notenbank (+75 BP), die Bank of England (+50 BP) und die Norges Bank (+50 BP) erhöhten ihre Leitzinsen drastisch. Vor allem die FED vermittelte den Eindruck, dass der Zinsanhebungszyklus noch weiter gehen würde als bisher angenommen. Geldmärkte preisen mittlerweile einen Leitzinsgipfel von 4,75 % in den USA ein.

FAZIT ANLEIHEN

Anleihen bleiben weiter der stabile Anker im Portfolio. Viele Anleihensegmente haben durch gestiegene Zinsen sowie höhere Risikoaufschläge an Attraktivität dazugewonnen. Die in der Vermögensverwaltung benötigte Liquidität für die anstehenden Aktienkäufe kommt daher prioritär aus den Cash-Beständen. Zusätzlich werden bei Bedarf alle Anleihensegmente aliquot reduziert.

Unsere Positionierung im Staatsanleihensegment besteht weiterhin zu etwa 50 % aus inflationsgeschützten Anleihen. Hier erscheinen uns die eingepreisten Inflationserwartungen ab dem nächsten Jahr zu optimistisch. Der Unternehmensanleihensektor weist durch die gestiegenen Renditen und Kreditrisikoprämien mittlerweile attraktive Einstiegsniveaus auf. Sollte sich der Trend der letzten Wochen verfestigen, könnte sich demnächst ein guter Zeitpunkt für etwas längere Laufzeiten ergeben. Wir beobachten die Entwicklung sehr genau.

WÄHRUNGEN

  • Auch an den internationalen Devisenmärkten ist die momentane Volatilität beachtlich. Die japanische Notenbank BoJ hat mit der ersten Devisenmarktintervention seit 1998 überrascht und damit auf den starken Verfall des japanischen Yen (über 20 % gegen den USD seit Jahresbeginn) reagiert.
  • Das britische Pfund ist in den letzten Tagen regelrecht abgestürzt. Die neue britische Regierung hat massive Steuersenkungen angekündigt. So wird beispielsweise der Spitzensteuersatz von 45 % auf 40 % gesenkt. Neben einer starken Abwertung der Währung sind auch die Renditen von Staatsanleihen (Gilts) markant angestiegen. Der große Gewinner ist einmal der US-Dollar, der von einem nochmals steileren Zinsanhebungszyklus Rückenwind erfährt.

FAZIT WÄHRUNGEN

Im laufenden Jahr zeigt sich wieder deutlich der Mehrwert einer relativ unkorrelierten Beimischung von Fremdwährungsanleihen. Im Gegensatz zu vielen Indizes mit globalen Anleihen weist die Schoellerbank Fremdwährungsstrategie seit Jahresbeginn eine positive Performance von rund 1,5 % auf. Die höchste Gewichtung nimmt weiterhin der USD mit 37,5 % vor dem Japanischen Yen mit 18,3 % ein. Rohstoffwährungen (Kanadischer Dollar, Neuseeländischer- und Australischer Dollar, Norwegische Krone) bilden mit gut 32 % einen prominent gewichteten Block.

Im Fremdwährungssegment nutzen wir die Gelegenheit und verlängern die Restlaufzeit im US-Dollar und in einzelnen anderen Fremdwährungen in der Größenordnung Plus zwei Jahre. Vor allem in den USA ist der Zinszyklus deutlich weiter vorangeschritten, die Notenbank hat die Leitzinsen bereits um 300 Basispunkte erhöht.


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Stand: 23.09.2022

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