Schoellerbank Investment Komitee-Sitzung - Protokoll 14. Jänner 2022

Markteinschätzung Schoellerbank Asset Management (Stand 14.01.2022)

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AssetklasseGewichtung VV* Positionierung
GeldmarktKeine GewichtungSeit September 2013 keine aktive Gewichtung.
Unternehmens-
anleihen
NeutralAngesichts des Niedrigzinsumfeldes positionieren wir uns mit moderater Restlaufzeit von ca. vier Jahren. Bei der Schuldnerauswahl setzen wir auf Qualität aus dem Investmentgrade-Bereich.
Staatsanleihen und
Inflationsgeschützte
Anleihen
UntergewichtetDas Segment der Staatsanleihen wird weitgehend mit inflationsgeschützten (Staats-)Anleihen umgesetzt. Innerhalb der untergewichteten Staatsanleihen sind Inflationsanleihen also deutlich übergewichtet. Die Inflationserwartungen liegen trotz Notenbank-Interventionen seit Jahren viel zu niedrig. Wir setzten auf eine weitere Normalisierung. Inflationsanleihen sollten damit einen Puffer gegen steigende Zinsen bilden. Den Schwerpunkt der Strategie bilden Staatsanleihen aus Kerneuropa. Als Beimischung investieren wir selektiv in Anleihen aus Italien und Spanien.
Sonstige
Anleihen
Stark UntergewichtetStrukturierte Zinsprodukte sind "Stark Untergewichtet". Das Niedrigzinsumfeld erschwert es, in diesem Segment neue Produkte mit Kapitalgarantie aufzulegen. Wir wollen aber im Anleihensegment keine Kapitalrisiken eingehen.
Fremdwährungs-
anleihen
ÜbergewichtetDer US-Dollar ist bei leichter Übergewichtung weiterhin mit Abstand die größte Position im Portfolio, gefolgt vom Japanischen Yen. Dieser ist in einem Benchmarkvergleich untergewichtet. Neben den Leitwährungen setzten wir auf Rohstoffwährungen sowie auf das Asienthema mit der dort raschen Krisenerholung und starkem Wachstum. Eine breite Palette an Währungen ist jeweils grob 10% gewichtet.
AktienÜbergewichtetDie Unternehmensgewinne erholen sich ebenso rasch wie die Gesamtwirtschaft. Die Aktienmärkte in den USA und Europa sind auf neue Höchststände geklettert. Die Politik der Notenbanken und die Fiskalmaßnahmen der Staaten unterstützen den Aufschwung. Asien hinkt hinter den westlichen Märkten her. Die regulatorischen Eingriffe schrecken die internationalen Anleger ab. Doch hinsichtlich der fundamentalen Daten bleibt Asien ein sehr attraktiver Markt. Wir haben im April 2021 die Aktienquote auf das untere Ende der „Übergewichteten“ Bandbreite rebalanciert. In Anbetracht der weiterhin deutlich besseren Ertragschancen im Aktienmarkt gegenüber dem Bondmarkt halten wir diese vorsichtig optimistische Ausrichtung weiterhin für angebracht.
*) Schoellerbank Vermögensverwaltungen

AKTIEN

In den breiten Indizes standen die ersten beiden Wochen des neuen Jahres 2022 unter negativen Vorzeichen. Sorgen vor steigenden Zinsen in Folge der hohen Inflationsdaten belasteten das Marktgeschehen. Die US-Inflation erreichte einen Wert von 7%, was den höchsten 12-Monats-Anstieg seit 1982 bedeutet. Die Kerninflation ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel lag immerhin noch bei 5,5% und markierte damit den höchsten Wert seit mehr als 30 Jahren. Auffallend war in Folge die Stil-Rotation, wo insbesondere Wachstumswerte unter Druck kamen, während Qualitätsunternehmen

gesucht wurden. Ein ähnliches Muster war heuer bereits mehrmals zu beobachten, als die Angst vor steigenden Zinsen umging. In den USA startete die Berichtssaison, wo gemäß ersten Unternehmensberichten erwartet wird, dass steigende Löhne und die Beeinträchtigung der Lieferketten die künftige Geschäftsentwicklung belasten werden.

FAZIT AKTIEN

Die US-Notenbank FED musste mittlerweile eingestehen, dass die hohen Inflationsdaten kein temporäres Phänomen sind und so werden für heuer mehrere Zinsanhebungen erwartet. Für 2022 ist daher mit einem unruhigen Fahrwasser zu rechnen, dem sich auch die Märkte abseits der USA nicht entziehen werden können. Die Historie zeigt jedoch, dass mit den ersten Zinsanhebungen die Volatilität zwar zunimmt, die Wirtschaft dadurch aber nicht abgewürgt wird, weshalb der eingeschlagene Aufwärtstrend am Aktienmarkt vorerst anhalten sollte. Wir belassen die Aktienquote daher auf "Übergewichtet" und vertrauen auf die hohe Qualität unserer Aktienselektion. Gleichzeitig wollen wir in diesem Umfeld aber einen Teil der aufgelaufenen Gewinne mitnehmen. Daher wird die Aktienquote innerhalb der Bandbreite "Übergewichtet" auf eine niedrigere Ausprägung reduziert, nachdem wegen der erfreulichen Marktbewegung beinahe eine "starke Übergewichtung" zu Buche stand. Darüber hinaus legen wir einen Fokus auf Value-Aktien und setzen die Reduktion über unsere gut gelaufenen Wachstumswerte um.

ANLEIHEN

Die Rentenmärkte haben das Jahr mit deutlichen Renditeanstiegen begonnen. 10-jährige deutsche Bundesanleihen kratzen an der Marke von 0% und deren Pendants in den USA erreichten einen Höchststand bei knapp 1,80%. Der Renditeanstieg erfolgte dabei parallel in allen Laufzeitsegmenten von 2 bis 10 Jahren. Ausgangspunkt für diese Entwicklung war, wie schon so oft im vergangenen Jahr, die Inflationsentwicklung. Dabei wurden im Jänner sowohl in der Eurozone (+5% für Dezember) als auch den USA (+7%) neue Rekordwerte berichtet. So ein Wert wurde in den USA das letzte Mal im Jahr 1982 berichtet! Zwar beharren die Zentralbanken weiterhin an ihrer Kommunikation, dass diese Entwicklung temporär und den bekannten Faktoren wie Basiseffekten, Energiepreisen, Lieferengpässen geschuldet ist. Dennoch gibt es auch aus diesem Kreis immer mehr Stimmen, die eine nachhaltig höhere Inflation erwarten, zwar nicht auf diesen Werten, aber jedenfalls deutlich höher als vor der Pandemie. Die aktuellen Raten dürften, aller Wahrscheinlichkeit nach, die Spitze des Anstieges darstellen und im Lauf des Jahres, so die Pandemie nicht wiederum einen anderen Lauf nimmt, wieder deutlich zurückkommen. Die Inflationsentwicklung hat wiederum bei den Marktteilnehmern und auch Vertretern der FED zu deutlich höheren Zinserwartungen geführt. Mittlerweile preist der Markt für 2022 3,5 Zinserhöhungen ein und mittlerweile geht es schon Richtung 4 Anhebungen. Gestern sprach das erste Fed-Mitglied bereits von 5 Anhebungen. Das Ende des Zinserhöhungszyklus wird aktuell 2024 bei ca. 2% erwartet, was durchaus noch Potential für weitere Erhöhung dieser Erwartung in Richtung 2,5% zulässt. Neu in der Diskussion ist, dass die FED die Anleihekäufe nicht erst im März, sondern bereits Ende Jänner (Nächstes FOMC Treffen 25./26.1.) beenden könnte und darüber hinaus bereits heuer mit einer aktiven Bilanzverkürzung, also dem Verkauf von Anleihebeständen, beginnen könnte. Anders sieht es nach wie vor in Europa aus, wo es derzeit seitens der EZB weder nach einer Zinserhöhung noch nach einer angedachten Bilanzverkürzung aussieht. Dies würde sich wohl erst ändern, wenn die Inflation in der Eurozone nachhaltig erhöht bleibt und die Zentralbank, im Sinne ihres hohen Auftrags der Preisstabilität, zum Handeln zwingen würde. Bisher ist einzig und allein die Beendigung des PEPP (Pandemie-Ankaufsprogramm) bei gleichzeitiger (wenn auch etwas geringerer) Erhöhung des traditionellen Ankaufsprogramms kommuniziert. Die Risikoaufschläge Italiens haben sich in den vergangenen Wochen auch etwas erhöht. Grund ist die Politik mit den nahenden Präsidentenwahlen und einer potenziellen Kandidatur Mario Draghis mit möglichen Auswirkungen auf die Regierung, Neuwahlen und neuen Kräfteverhältnissen.

FAZIT ANLEIHEN

Wir bestätigen unsere derzeitige Untergewichtung in Anleihen, die zusätzlich durch eine kürzere Duration Positionierung unterstützt wird. Wir gehen davon aus, dass die Renditen mittelfristig weiter ansteigen werden. Wir bleiben übergewichtet in guten gerateten Unternehmensanleihen mit mittlerer Restlaufzeit, da wir stabile Risikoaufschläge und geringe Ausfallsraten erwarten und diese einen höheren Zinsertrag als Staatsanleihen bieten. Die im vergangenen Jahr herausfordernde Situation in den Emerging Markets Ländern - durch die ansteigende Inflation und damit verbundenen Leitzinserhöhungen - sollte sich mittelfristig wieder verbessern und im heurigen Jahr einen Mehrertrag gegenüber Euro-Anleihen liefern können. Bisher verlief das Jahr für dieses Segment vielversprechend. Wir bleiben daher weiterhin in Schwellenländeranleihen in lokaler Währung investiert, weil auch der laufende Kuponertrag sehr attraktiv ist. Inflationsgeschützte Anleihen bleiben für uns ein wichtiges Kerninvestment. Eine Wertentwicklung wie im letzten Jahr ist hierbei jedoch nicht mehr zu erwarten, da bereits vieles im Markt eingepreist ist. Im Gegensatz zur Erwartung vieler Anleger bezüglich der Inflationsentwicklung erscheinen uns Inflationlinker aber nach wie vor als zu günstig bewertet. Ebenso bleiben wir positiv auf Anleihen der Euro-Peripherie. Zwar gibt es momentan in Italien wieder etwas politische Unsicherheit, jedoch weiterhin das starke Commitment der EZB und der EU zur Unterstützung. Der höhere Zinsertrag erscheint uns weiterhin attraktiv.

WÄHRUNGEN

Der USD konnte von den Entwicklungen rund um die Zinsentwicklung in den USA zuletzt nicht weiter profitieren, das Gegenteil war der Fall. Seit vergangener Woche verlor der Greenback gegenüber sämtlichen G10-Währungen zwischen 1% und 2,5% und nähert sich aktuell der Marke von 1,15 an. Es scheint, als ob die Mehrheit der Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt wurde und Positionen glattstellt. Ein stärker USD galt in diesem Jahr als Marktkonsensus. Der Zinserhöhungszyklus der FED ist größtenteils eingepreist, so dass von Seiten des Zinsdifferentials kein Aufwärtspotential mehr gegeben scheint.i.

FAZIT WÄHRUNGEN

Wir haben, im Gegensatz zu vielen anderen Marktteilnehmern keine spezielle Dollarstärke erwartet und unsere Position schon im Herbst des vergangenen Jahres reduziert und Gewinne mitgenommen. Die Fremdwährungskomponente stellt nach wie vor einen wichtigen Bestandteil in der Schoellerbank Vermögensverwaltung dar. In vielen Ländern außerhalb des Euroraums gab es schon mehr Renditeanstiege als im EUR und auch von der Währungsseite erscheint auf den aktuellen Kursniveaus durchaus ein Gewinnpotential gegenüber unserer Heimatwährung gegeben. Sollte der Dollar weiter schwächer tendieren, ergeben sich dadurch auch Chancen für Schwellenländerwährungen, die weiter beigemischt bleiben.


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Stand: 14.01.2022

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