Auf der Suche nach der verlorenen Rendite: Dividenden als Lösungsweg? - Schoellerbank Analysebrief Nr. 294, Mai 2016

  • Welchen Wert hat ein positiver Cashflow in Zeiten negativer Zinsen? Die Antwort wird länger.
  • Wie wird das alles enden? Die Antwort bleibt aus.
  • Ist der Wert einer Aktie abhängig vom langfristigen Zinsniveau? Und ob!
  • High Yield Anleihen für höhere Erträge? Sicher nicht!
  • Sind Angst und Sorge berechtigt? Bleiben Sie optimistisch!

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Beilage: Der neue Schoellerbank Aktienfonds Dividende125 KB

Ungewöhnliche Zeiten – Ungewöhnliche Herausforderungen
Wir leben in ungewöhnlichen Zeiten. Noch nie rentierte eine so große Anzahl von ausstehenden Staatsanleihen mit negativen Renditen. In der Schweiz und in Japan müssen Investoren sogar bei 10-jährigen Papieren noch ein Minus hinnehmen. Selbst deutsche Staatsanleihen notieren bei langen Laufzeiten nur minimal über der Null.
Für die Anleger wirft die Situation Fragen auf. "Wo gibt es überhaupt noch Erträge?" und "Wie wird das Ganze enden?" sind zwei davon. Auf Frage eins haben wir Antworten. Bei Frage zwei fällt es uns schon viel schwerer, klar und geradlinig zu antworten. Das große Notenbank-Experiment führt uns in völliges Neuland. Noch nie gab es eine derartige Negativzins-Welt.
Diskontierung Neu
Diese neue Welt wirft interessante Überlegungen auf: Was ist ein langfristig stabiler und positiver Cashflow in einer Welt der Minuszinsen wert? Finanzmathematisch lässt sich die Frage bald überhaupt nicht mehr beantworten. Traditionellerweise werden zukünftige Zahlungen durch Abzinsung zu einem heutigen Barwert summiert. Allerdings benötigt der Prozess der Abzinsung (auch Diskontierung genannt) einen sogenannten Diskontierungsfaktor. Je geringer dieser ist, desto höher der Barwert. Bei negativen Werten wird der Barwert jedoch unendlich bzw. ist gar nicht mehr berechenbar.
Damit erklärt sich auch der Zusammenhang zwischen rückgängigen Zinsen auf der einen Seite und höheren Aktienbewertungen auf der anderen. In der täglichen Arbeit der Unternehmensbewertung wird man neben dem allgemeinen (langfristigen!) Zinsumfeld auch das Risiko des Geschäftsmodells bzw. der Gewinne, Cashflows oder Dividenden berücksichtigen und den Diskontierungsfaktor entsprechend nach oben revidieren.

Qualitatives Eigenkapital statt schlechtem Fremdkapital
Die Schoellerbank geht in der Aktienanalyse in die Tiefe, um das Geschäftsmodell des Unternehmens zu verstehen und dadurch das Vertrauen in zukünftige operative Erträge zu untermauern. Eines zeigt sich ganz klar: Bei Qualitätsunternehmen gibt es noch Erträge. Abseits davon wird es schon viel schwieriger.
Immer öfter liest man über mögliche Erträge bei Unternehmensanleihen geringer Qualität. Diese werden auch High Yield Anleihen, Junk Bonds oder Schrottanleihen genannt. Alles keine schmeichelhaften Kosenamen. Aber sie beschreiben die Realität des Ausfallsrisikos. Natürlich sind wir uns dessen bewusst, dass Fremdkapital im Falle eines Ausgleichs oder Konkurses vor dem Eigenkapital rangiert. Deshalb bleibt Qualität bei Aktien und auch bei Anleihen unser oberstes Gebot. Diese Qualitätskriterien sind in den Schoellerbank Ratings festgeschrieben und werden so gelebt.

Für uns bleibt die Beteiligung am Eigenkapital (=Aktie) an erstklassigen Unternehmen weitaus attraktiver und sinnvoller als Teile eines schlechten Fremdkapitals zu besitzen. Vor allem wenn das Risiko – so wie aktuell – nicht ausreichend abgegolten wird. Der Gewinn ist eine Meinung, die Dividende eine Tatsache Bei vielen dieser Unternehmen muss man sich nicht alleine auf den ausgewiesenen Leistungsausweis der Bilanzen verlassen. Zusätzlich erhält man als Aktionär auch eine Dividende in barer Münze. Ein wichtiger Merksatz für Aktionäre: Der Gewinn ist eine Meinung, die Dividende eine Tatsache. Die Fähigkeit eine Dividende zu bezahlen, tut der Bilanzqualität gut. Unternehmen, die aus dem operativen Ergebnis einen Teil an die Aktionäre ausbezahlen und diese über die Jahre sogar steigern, waren selten aufgrund von üblen Bilanztricks in den Schlagzeilen zu finden. Dadurch wird die Dividende selbst zum Qualitätsmerkmal. Für das Asset Management ist die Dividende nur eines dieser Merkmale. Jeder Titel durchläuft in der Evaluierung das Schoellerbank AktienRating. Damit wird sichergestellt, dass neben der Dividendenperspektive alle Anforderungen an die Qualität eines Titels erfüllt werden. Wertschwankungen bei Aktien sind unvermeidlich Dadurch können wir leider das Wertschwankungsrisiko nicht eliminieren – damit muss jeder Aktionär leben. Aber das Risiko eines permanenten Wertverlustes wird signifikant reduziert. Zusätzlich verringert sich das Einzeltitelrisiko in den Vermögensverwaltungen durch die entsprechende Streuung über Branchen und Regionen. Aber sind die Dividenden in diesem Umfeld der Nullzinsen nicht ebenfalls unter die Räder gekommen? Erstaunlicherweise ist das Gegenteil der Fall: Weltweit stiegen die Dividendenrenditen seit dem Jahr 2000. Folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Dividendenrendite des MSCI Welt Aktienindex seit der Jahrtausendwende.

Quelle: Bloomberg. Performanceergebnisse der Vergangenheit sollten zu Ihrer Information dienen, lassen jedoch keine Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen zu.

Wo standen damals eigentlich die Anleiherenditen? Im Jahr 2000 bezahlten 10-jährige deutsche und amerikanische Staatsanleihen noch über 5%. Heute sind bei den Amerikanern immerhin mehr als 1,5% zu holen – in Deutschland bleibt fast keine Verzinsung. Trotz dieses Wegschmelzens der Alternativen, verdoppelten sich die weltweiten Dividendenrenditen über die letzten 25 Jahre. Ein Grund ist sicher der Startpunkt Ende 1999. Damals waren viele Technologieunternehmen, die keine Gewinne machten – geschweige denn eine Dividende zahlten – enorm hoch bewertet. Nach Platzen der Blase stieg – quasi automatisch – der Anteil soliderer Geschäftsmodelle im Index. Eine weitere Erklärung für die Stabilität der Dividendenrenditen in den letzten Jahren liegt in der geringeren Zinsbelastung für das Fremdkapital. Damit kann das eingesparte Geld in Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen investiert werden. Anleger sind besorgt – wir bleiben optimistisch Nicht zuletzt schaffen die Angst und Sorge der Anleger weiterhin vernünftige Bewertungen und damit interessante Dividendenrenditen. Die Sorgenspanne reicht von der Flüchtlingswelle in Europa und fallenden Ölpreisen über Deflationssorgen bis hin zur chinesischen Wirtschaftsentwicklung. Dabei vergessen Anleger, dass Risiken immer Teil der Welt des Investierens sind. Trieb den Börsianern vor ein paar Jahren nicht der steigende Ölpreis die Sorgenfalten auf die Stirn? Niemand streitet ab, dass extreme Preisentwicklungen bedrohlich sind. Aber es zeigt, dass sich der Blickwinkel der Anleger über Zeit verändert. Besonderen Einfluss hat die allgemeine Tendenz. Bei steigenden Kursen steigt auch der Optimismus und bei fallenden Kursen gewinnt der Pessimismus die Oberhand. Nach einem rekordmäßig schlechten Start ins neue Börsenjahr, sehen viele Investoren den Himmel voller Wolken.

Auf Dividenden setzen
Die Schoellerbank war damals wie heute weitaus positiver gestimmt und sah langfristig gute Chancen für Qualitätsaktien. Auch aus diesem Grund wurde Anfang Mai ein neuer Aktienfonds aufgelegt: Der Schoellerbank Aktienfonds Dividende (Details siehe Beilage).
Dieser Fonds verbindet die Qualitätskriterien des Schoellerbank AktienRating mit einer aussichtsreichen Dividendenstrategie ausgewählter Unternehmen. Weltweit wird über alle Sektoren investiert. Dabei liegt der Fokus auf den etablierten Aktienmärkten und Unternehmen mit einer langen Historie von steigenden Gewinnen und Dividenden sowie soliden Bilanzen.
Wir verfolgen eine zweigleisige Strategie: Werte mit überdurchschnittlich hoher Dividendenrendite einerseits und Werte mit Potenzial, die Dividende zukünftig zu steigern, werden in den Fonds aufgenommen. Keinesfalls geht es darum, die höchsten Dividendenrenditen auszuwählen. Diese signalisieren oft das Risiko einer Dividendenkürzung oder sogar eines Dividendenausfalls.
Damit bilden die Dividendentitel eine Teilmenge der Schoellerbank Aktienstrategie. Eine unserer Meinung nach attraktive Teilmenge, die vor allem ertragsorientierte Anleger anspricht.
Fazit:
Vor vielen Jahren konnte man weitgehend sichere Erträge von über 5% pro Jahr erzielen, indem man in deutsche Staatsanleihen investierte. Diese Zeiten sind vorläufig vorüber und werden wohl sobald nicht mehr wieder kommen. Die vermeintlich sicheren Erträge sind heute bei null angelangt. Und damit ist es auch mit der Sicherheit vorbei. Denn wenn sich Anleger heute eine Rendite von 0% auf die nächsten 10 Jahre "sichern", könnte überraschende Inflation und steigende Zinsen einen hohen Schaden im Portfolio anrichten.
Sicherlich – bei Aktien muss die Wertschwankung akzeptiert werden. Eine Dividende – die über lange Zeiträume signifikant steigen kann – lässt schwierige Zeiten jedoch besser durchstehen. In den nächsten zehn Jahren werden Aktien zweifelsohne neben Höhen auch Tiefen erleben. Doch Dividendeninvestoren erhalten selbst in diesen schwierigen Zeiten ihre "Trostpflaster" in barer Münze.
Autor:
Robert Karas, CFA
Leiter Asset Management
Schoellerbank AG
Tel. +43/662/86 84-2692
Rückfragen bitte auch an:
Marcus Hirschvogl, BA
Pressesprecher
Schoellerbank AG
Tel. +43/1/534 71-2950
1010 Wien, Renngasse 3
marcus.hirschvogl@schoellerbank.at

Die Schoellerbank, gegründet 1833, ist eine der führenden Privatbanken Österreichs, die als Spezialist für anspruchsvolle Vermögensanlage gilt. Sie konzentriert sich auf die Kernkompetenzen Vermögensanlageberatung, Vermögensverwaltung und Vorsorgemanagement. Ihre Anlagephilosophie definiert sich über das Motto "Investieren statt Spekulieren". Die Schoellerbank ist mit 10 Standorten und 317 Mitarbeitern die einzige österreichweit vertretene Privatbank. Sie verwaltet für private und institutionelle Anleger ein Vermögen von mehr als 10 Milliarden Euro. Die Schoellerbank ist eine 100%ige Tochter der UniCredit Bank Austria.
Mehr Informationen unter: www.schoellerbank.at

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Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.

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