Mysterium Aktienanalyse - das Geheimnis bleibender Qualität - Schoellerbank Analysebrief Nr. 298, Juli 2016

  • Der Aktienmarkt ist für viele Sparer trotz mangelnder Alternativen weiterhin ein Tabu
  • Für den Investor gilt: Geduld und Disziplin
  • Für das Investment gilt: Qualität durch solide Bilanzen und starke Wettbewerbsvorteile
  • Generell gilt: Wer nicht investiert und auf Vermögenserhalt hofft, wird am Ende enttäuscht sein

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Schoellerbank Analysebrief Nr. 298146 KB

Wie hoch ist das Risiko am Aktienmarkt?
Die Aktienkultur in Deutschland und Österreich ist unterentwickelt. In Deutschland hatten im Jahr 2015 gerade einmal 14% der Bevölkerung einen Teil ihres Ersparten in Aktien oder Aktienfonds investiert. Noch interessanter: Trotz der mangelnden Alternativen im gegenwärtigen Nullzinsumfeld, hat sich die Anzahl an Aktionären in den letzten Jahren nur unwesentlich erhöht. Einer der Gründe für dieses Ergebnis ist das empfundene Risiko bei Aktieninvestments.* Doch wie riskant sind Aktien wirklich?
Die meisten Anlageexperten empfehlen bei Aktieninvestments einen Veranlagungshorizont von mindestens zehn Jahren. Was wäre also passiert, wenn man seit den 1980er-Jahren für jeweils zehn Jahre breit gestreut in den Aktienmarkt investiert hätte?

* Deutsches Aktieninstitut e.V.

Entwicklung Weltaktienmarkt über den Zeitraum von zehn Jahren seit 1980

Quelle: Bloomberg, eigene Darstellung; Weltaktienmarkt anhand des MSCI World inkl. Dividenden in EUR; Perioden jeweils vom letzten Handelstag des jeweiligen Jahres.

Die Grafik zeigt: In nur vier der insgesamt 27 untersuchten Perioden war die Performance negativ. Das Ende dieser Zeiträume fiel genau in den Start der Finanz- und Wirtschaftskrise bzw. in die darauffolgende Staatsschuldenkrise. Umgekehrt konnten somit in knapp 90% der dargestellten Zeiträume Gewinne erzielt werden. Mehrheitlich, nämlich in 17 der 27 Perioden, konnte das Kapital zumindest verdoppelt werden (+100% oder mehr).
Ein Investor kann demnach folgende Schlüsse aus dieser Tabelle ziehen: Es war in der Vergangenheit fast immer eine gute Idee Aktien zu halten. Eine angemessene Laufzeit und breite Streuung reduzieren das Risiko wesentlich. Große Krisen wie jene ab dem Jahr 2008 beeinflussen den Aktienmarkt erheblich. Wer allerdings während dieser Krise und darüber hinaus die Nerven behielt, konnte sein Kapital dennoch vermehren.
Alles anders – oder doch nicht?
Die Voraussetzungen für Investments haben sich während der letzten Jahrzehnte deutlich verändert. Die ausufernden Staatsschulden in den entwickelnden Ländern lähmen das Wachstum. Alleine in den letzten zehn Jahren ist die Staatsschuldenquote in Österreich um 30% gestiegen. Auch die Alternativen zu Aktien waren in der Vergangenheit andere. 10-jährige deutsche Staatsanleihen hatten in den 1980er-Jahren eine Rendite von über 10%. In den 1990er-Jahren zumindest meist noch über 5%. Und heute? Heute haben
10-jährige deutsche Staatsanleihen eine negative Rendite. Die Welt der Anleihen steht Kopf: Schuldner gewinnen, während Anleger verlieren.
Welche Auswirkungen hat das auf Aktien? Anders als früher: Der niedrigere Diskontierungsfaktor rechtfertigt höhere Unternehmensbewertungen. Gleich wie früher: Qualitätsunternehmen sind weiterhin die interessanteste Art zu veranlagen. Manche dieser Unternehmen sind sogar noch immer dieselben wie vor 30 Jahren. Doch was macht diese Unternehmen an der Börse so erfolgreich?

Langfristiger Börsenerfolg ist analysierbar
Unternehmen die jahrzehntelange Erfolge vorweisen können, haben zumeist starke Wettbewerbsvorteile. Diese grenzen sie signifikant von Mitbewerbern ab und erschweren es neuen Firmen Kunden abzuwerben. Der Nahrungsmittelhersteller Nestlé ist ein Paradebeispiel für starke Marken. Der Konzern verfügt über eine enorme Präsenz in den Supermärkten dieser Welt. In kaum einem Lebensmittelgeschäft kommt man an den Marken Nescafé, Nesquik, Maggi, Thomy, KitKat, Smarties oder Wagner vorbei. Der Schweizer Lebensmittelkonzern führt alleine 20 Marken mit einem jährlichen Umsatz von mehr als CHF 1 Milliarde. Aber nicht nur starke Marken bieten Schutz vor der Konkurrenz. Andere Unternehmen haben Produkte die durch Patente über Jahre hinweg gesichert sind. So werden zum Beispiel im Pharmabereich durch Patente mit einzelnen Medikamenten überdurchschnittliche Gewinne erzielt. Mitbewerber werden so per Gesetz daran gehindert, ein Konkurrenzprodukt auf den Markt zu bringen.
Um langfristigen Erfolg gewährleisten zu können, ist auch finanzielle Flexibilität wichtig. Wirtschaftlich schwächere Phasen sind über die Jahre hinweg normal, sollen aber ein Unternehmen keinesfalls an den Rand der Zahlungsunfähigkeit bringen. Die Experten der Schoellerbank bevorzugen daher Unternehmen mit einem niedrigen Verschuldungsgrad. Wenn das Unternehmen verschuldet ist, gilt es zu prüfen wie die Rückzahlung der Schulden stattfinden kann. Johnson & Johnson ist beispielsweise ein Unternehmen, dessen Bilanz einer Festung gleicht. Seit vielen Jahren verfügt es bereits über Netto Cash. Das heißt, der Pharmariese verfügt über mehr liquide Mittel als Schulden. Eine Rückzahlung der Verbindlichkeiten unter aktuellen Gegebenheiten stellt somit kein Problem dar. Zusätzlich interessant: Alle großen Ratingagenturen bescheinigen Johnson & Johnson die bestmögliche Bonität. Somit weist der Konzern sogar ein besseres Rating als die Republik Österreich und viele andere Länder der Europäischen Union auf.
Die finanzielle Ausrichtung eines Unternehmens wird meistens direkt vom Topmanagement vorgenommen. Manche Unternehmen sind dafür bekannt, eine bestimmte Grundausrichtung zu vertreten – unabhängig vom aktuellen CEO. Der Finanzmarkt liebt Verlässlichkeit. Die deutsche Unternehmensgruppe Munich Re hat sich einen Ruf als äußerst vorsichtig agierende Firma erarbeitet. Der Rückversicherer ermöglicht es anderen Versicherungsgesellschaften große Risiken zusätzlich abzusichern. Dabei hat das Management in der Vergangenheit regelmäßig Schäden zu hoch geschätzt. In der Realität fielen die Gewinne dann meist höher aus als erwartet. Auch wenn nächstes Jahr ein Wechsel an der Konzernspitze ansteht, wird sich an der Strategie wohl wenig ändern. Zu einer der wichtigsten Managementfertigkeiten zählt neben Verlässlichkeit auch die Fähigkeit die erzielten Gewinne erfolgsversprechend zu reinvestieren. Das Fingerspitzengefühl bei der Kapitalallokation kann signifikanten Wert für die Aktionäre schaffen, oder eben auch vernichten.
Wettbewerbsvorteile, eine solide Bilanz und ein starkes und verlässliches Management stellen somit die Eckpfeiler in der Aktienanalyse dar. Sie helfen dabei, Unternehmen hinsichtlich deren Qualität zu bewerten. Eine Kombination dieser Kriterien zusammen mit den zukünftigen Ertragsaussichten ergeben das Gesamtbild. Ein Aktienportfolio enthält bei der Schoellerbank aktuell mehr als zwei Dutzend Einzeltitelaktien. Um eine bestmögliche Streuung zu gewährleisten, werden nach strengen Qualitätskriterien auch Fonds beigemischt.

Fazit: Lassen Sie sich nicht (ent-)täuschen
Anleihen waren in der Vergangenheit dafür bekannt, für Stabilität und sichere Erträge zu sorgen. Wer allerdings heute Anleihen von sicheren Schuldnern kauft, muss in den meisten Fällen darauf hoffen, dass die Renditen künftig noch negativer werden. Die vermeintliche Sicherheit kann vor allem bei langlaufenden Anleihen ein Trugschluss sein.
Wer allerdings Aktien von hochwertigen Unternehmen beimischt, wird langfristig sein Vermögen erhalten können. Ein tiefes Verständnis der einzelnen Unternehmen ist hierfür allerdings ein Muss. Zu diesem gelangt man nur über eine sorgfältige Recherche und eine entsprechend fundierte Interpretation. In einer Vermögensverwaltung übernehmen Experten diese Analyse. Die Schoellerbank bietet – je nach Risikoneigung – Portfolios mit einem Aktienanteil von 30% bis hin zu 100%.
Autor:
Philipp Kain, MSc
Asset Management, Schoellerbank AG
Tel. +43/662/86 84-2669
Rückfragen bitte auch an:
Marcus Hirschvogl, BA
Pressesprecher
Schoellerbank AG
Tel. +43/1/534 71-2950
1010 Wien, Renngasse 3
marcus.hirschvogl@schoellerbank.at

Die Schoellerbank, gegründet 1833, ist eine der führenden Privatbanken Österreichs, die als Spezialist für anspruchsvolle Vermögensanlage gilt. Sie konzentriert sich auf die Kernkompetenzen Vermögensanlageberatung, Vermögensverwaltung und Vorsorgemanagement. Ihre Anlagephilosophie definiert sich über das Motto "Investieren statt Spekulieren". Die Schoellerbank ist mit 10 Standorten und 317 Mitarbeitern die einzige österreichweit vertretene Privatbank. Sie verwaltet für private und institutionelle Anleger ein Vermögen von mehr als 10 Milliarden Euro. Die Schoellerbank ist eine 100%ige Tochter der UniCredit Bank Austria.
Mehr Informationen unter: www.schoellerbank.at

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Die Zahlenangaben beziehen sich auf die Vergangenheit. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Jede Kapitalveranlagung ist mit einem Risiko verbunden. Unter Umständen kann es bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals kommen. Die Interessentin bzw. der Interessent sollte sich hinsichtlich der konkreten steuerlichen Auswirkungen des Investments von einem Steuerberater beraten lassen.

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